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IHK Vollversammlung besichtigte Baustelle des Belttunnels

Lübeck: „Was hier geschieht, ist der Aufstieg in eine höhere Liga. Die Fehmarnbelt-Region wird international sichtbar. Der Tunnel ist das Vehikel, das Unternehmen anlockt, die sich entlang der erstarkten Achse ansiedeln, und Innovation, Wachstum und Wohlstand weiter steigern“, sagte Hagen Goldbeck, Präses der IHK zu Lübeck, nach einer Besichtigung der Tunnelbaustelle im dänischen Rødbyhavn und Gesprächen mit Vertretern des dänischen Bauherrn Femern A/S.

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Nach ihrer Sitzung am Vormittag in Lübeck waren die Mitglieder der IHK-Vollversammlung, die sich Ende Januar konstituiert hatte, gemeinsam mit einem Bus nach Dänemark gefahren. Mit an Bord waren der Präses der Handelskammer Hamburg, Professor Norbert Aust, Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Malte Heyne, der Geschäftsführer der IHK Nord, Alexander Anders, der Leiter der Geschäftsstelle der IHK Schleswig-Holstein, Peter Weltersbach, sowie Mitglieder des Vorstands der Unternehmerinitiative HanseBelt e.V. Präses Aust zeigte sich von der Dimension des Projekts beeindruckt und betonte dessen Bedeutung für die Hansestadt Hamburg. Die Handelskammer werde noch stärker als bisher mit ihren Partnern im Norden daran arbeiten, die Chancen zu nutzen, kündigte er an.

Und genau um diese ginge es bei dem Projekt, sagte Präses Goldbeck. „Eine durchgehende Straßen- und Schienenanbindung nach Skandinavien bringt große Chancen mit sich. Es entsteht nicht bloß eine Verbindung zwischen Fehmarn und Lolland oder zwischen Hamburg und Kopenhagen, sondern vielmehr eine wirtschaftlich starke, international ausgerichtete und innovative Großregion zwischen Berlin, Schwerin, Hamburg, Lübeck, Kiel, Kopenhagen, Malmö, Stockholm und Oslo. Auch Bremen und das Ruhrgebiet werden von der schnelleren Verbindung profitieren.“ Es sei daher an der Wirtschaft, Flagge zu zeigen und den Prozess mitzugestalten. „Die hochrangige Zusammensetzung unserer Delegation ist ein deutliches Bekenntnis der norddeutschen Wirtschaft zum Fehmarnbelt-Tunnel und zur noch engeren Kooperation mit unseren skandinavischen Nachbarn.“

Angesichts der anhaltenden Diskussionen um das Projekt betonte Goldbeck, dass ein Verzicht auf die sich ergebenden Möglichkeiten Stillstand, vielleicht sogar Rückschritt für die Region bedeute. „Andere Regionen und Länder träumen von diesen Möglichkeiten. Der Hansebelt mit dem Lübecker Hafen wird so seine Funktion als logistische Drehscheibe weiter ausbauen. Selbstverständlich bedarf es dafür ergänzender Maßnahmen, wie der Schienenanbindung des Lübecker Hafens über eine sogenannte Nordkurve oder den Weiterbau der Autobahnen A 20 und A 21. Wir sollten die Chancen daher nicht zerreden, sondern unsere Zukunft aktiv gestalten.“ Der Norden gewinne zunehmend an Attraktivität. „Und der Tunnel ist das Rückgrat einer Zukunftsregion, in der wir Energie aus Wind und Sonne gewinnen, und Leben und Arbeiten in Balance stehen.“ Zum Kreispräsidenten des Kreises Ostholstein, Harald Werner, der an der Tour teilgenommen hatte, und Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber, der zu einem abschließenden Gespräch gekommen war, sagte der Präses: „Die Lebensqualität im Kreis Ostholstein und auf Fehmarn soll weiterhin hoch bleiben, dazu werden auch attraktive Arbeitsplätze beitragen.“

Unterstützung erhielt der Präses von Julia Carstens. Die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, war ebenfalls zum Dialog gekommen und stellte die besondere Bedeutung des Tunnels für das Land heraus. Zudem seien die ergänzenden Bauarbeiten auf deutscher Seite ein großes Modernisierungsprogramm, denn die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden sei ein Fortschritt mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt. Diese Arbeiten würden in einem Jahr beginnen, kündigte Jutta Heine-Seela von der DB Netz AG, an. Zwar habe die Vorbereitung länger gedauert, als ursprünglich gedacht. Die Gründe dafür lägen in den wiederholten Änderungen der Pläne. „Wir sind so gestartet, dass ein zweites Gleis neben die Bestandsstrecke und die Elektrifizierung kommen sollten. Über den Fehmarnsund sollte weiterhin ein Gleis führen.“ Doch aufgrund der Bedenken der Bürger sei es vor mehr als zehn Jahren zu einem Raumordnungsverfahren im Kreis Ostholstein gekommen, mit dem Ergebnis, dass die Bahn rund 55 Kilometer Strecke neu bauen wird. „Planung und Vorbereitung sind ein großer Zeitfaktor.“ Hinzu käme der optimierte Lärmschutz, für den der Deutsche Bundestag mehr als 230 Millionen Euro bewilligt hat. „Diese Entscheidung ging ebenfalls über die Pläne hinaus, also mussten wir nachbessern.“ Aber nun sei die Anbindung an das Schienennetz auf einem guten Wege, kündigte sie an.

Einen Überblick über die anstehenden Arbeiten in Ostholstein und auf Fehmarn verschafften sich die IHK-Vertreter auf der Tour. Dr. Benedikt Zierke von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) zeigte, wo später welche Autobahnabschnitte und Straßenquerungen entstehen sollen. Entlang der Strecke nehmen die DEGES-Mitarbeiter Messungen des Untergrundes vor. Eine besondere Herausforderung wäre es, den Verkehrsfluss auf der Autobahn, der B207 und allen weiteren Straßen während der Bauarbeiten zu gewährleisten. Möglich würde dies durch den Bau der neuen Trassen neben den alten Straßen sowie von Brücken, sagte Zierke.

Wie weit die Arbeiten für den Fehmarnbelt-Tunnel sind, sahen die Teilnehmer der Delegation beim Besuch vor Ort. Vorbei ging es an der deutschen Baustelle, wo die Vertreter der Wirtschaft den Fortschritt am Tunnelportal und am Arbeitshafen gut erkennen konnten. Mit der Fähre passierten sie Arbeitsschiffe, die derzeit den 18 Kilometer langen Tunnelgraben ausheben. Auf der dänischen Seite des Fehmarnbelts nimmt die große Baustelle immer weiter Form an. Die Produktionshallen, in denen die Elemente für den Absenktunnel entstehen, sind bereits gut aus der Ferne sichtbar. Torben René Jeppesen aus der Technischen Abteilung von Femern A/S erläuterte in Rødbyhavn die komplexen Prozesse rund um die Tunnelfabrik und die Fertigung der Elemente. „Die Fabrik ist das Herz der Produktion“, so Jeppesen. Auf 150 Hektar Fläche erstrecken sich die Hallen und Anlagen. Ende dieses Jahres soll hier bereits die Fertigung des ersten Tunnelelements beginnen – früher als geplant.

Einigkeit bei den Wirtschaftsvertretern: Der Tunnel nach Dänemark führe die Bedeutung der Region in eine höhere Liga. Fotos: IHK/Tietjen

Einigkeit bei den Wirtschaftsvertretern: Der Tunnel nach Dänemark führe die Bedeutung der Region in eine höhere Liga. Fotos: IHK/Tietjen


Text-Nummer: 154034   Autor: IHK/red.   vom 22.09.2022 um 15.01 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

skagerrak

schrieb am 22.09.2022 um 15.47 Uhr:
Netter Betriebsausflug auf Kosten der Zwangsmitglieder. Die IHK braucht kein Mensch. Die kann weg, genau wie ÖRR, Knappschaft, Berufgenossenschaft und Handwerkskammer. Alles Organisationen die der hart arbeitenden Bevölkerung, ohne Gegenleistung das Geld aus der Tache ziehen.

w.boller

schrieb am 22.09.2022 um 18.37 Uhr:
Da warten wir mal die Endabrechnung für das Projekt ab. 7 bis 10 % Inflation werden es verteuern und wie üblich bei solchen Vorhaben, werden die Projektkosten klein gerechnet, damit sich das Volk nicht aufregt. Die Maut müsste folglich steigen. Das dürfte die Fährlinie freuen.
Auf Deutschland kommen zunächst ja nur die Kosten für die Straßenanbindung zu. Damit das Gesamtvorhaben Sinn macht, muss auch noch die Sundquerung geschaffen werden. Die Kosten waren schon bei der Vorplanung deutlich zu niedrig.
Aber wir wissen ja, dass die IHK gerne fordert, aber nie sagt, wo das Geld herkommt.

Normal

schrieb am 23.09.2022 um 14.00 Uhr:
Investoren in neue Firmen sollten in Deutschland auch an dieser Bahnlinie die Finger von lassen solange Altparteienwähler diese Ampel weiter herbeikreuzen. Derzeit wird durch Energie, Kosten und Rohstoffverknappung dieser unsäglichen Politik der Mittelstand nach dem Morgenthau Plan abgewickelt.