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Richtfest für die Anlaufstelle für Drogenkranke

Lübeck: Archiv - 30.09.2022, 19.13 Uhr: Es gab viele Diskussionen und Verzögerungen. Am Freitag konnte endlich Richtfest gefeiert werden: Die neue Begegnungsstätte für Suchtkranke unterhalb der Marienbrücke nimmt Gestalt an. Damit soll Betroffenen geholfen werden. Zusätzlich wird der Bildung von offenen Szenen wie vor einigen Jahren am Krähenteich entgegen gewirkt.

Menschen mit Drogensuchtproblematiken sollen anstatt einer offenen Drogenszene einen geschützten Raum als Anlaufstelle für sozialen Austausch, Beratung und Hilfe vorfinden. Hierfür errichtet nach einem Beschluss der Bürgerschaft seit Juli 2022 die KWL eine neue Begegnungsstätte auf der rund 850 Quadratmeter großen Freifläche unterhalb der Marienbrücke. Die Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein gGmbH (AWO) wird im Auftrag der Stadt den Betrieb übernehmen.

„Mit dieser Einrichtung schaffen wir einen Ort, der Suchtkranken eine Alternative zu öffentlichen Plätzen bietet. Am neuen Standort werden viele Wünsche umgesetzt, die sich die Suchtkranken vom Krähenteich gewünscht haben. Mit der Realisierung dieser Einrichtung vollenden wir zentrale Maßnahmen der Sicherheitspartnerschaft und bieten Unterstützung und Beratung an, um den Menschen zu helfen“, so Bürgermeister Jan Lindenau.

„Die Begegnungsstätte ermöglicht eine intensivere Unterstützung von drogenkonsumierenden Menschen und deren Beteiligung. Erste Gespräche und ein Besuch auf der Baustelle mit den Mitarbeitern der AWO und den zukünftigen Nutzern haben gezeigt, dass die Begegnungsstätte gebraucht und mit Leben gefüllt wird. Mit den Nutzern ist bereits vereinbart, dass sie an der Ausgestaltung der Angebote aktiv mitwirken werden“, ergänzt Sozialsenatorin Pia Steinrücke.

„Die Sicherheitspartnerschaft zwischen der Hansestadt und der Polizeidirektion Lübeck zur nachhaltigen Auflösung der offenen Drogenszene beruht im Wesentlichen auf den Prinzipien von Kontrolle und Hilfe. Mit der Errichtung der neuen Begegnungsstätte wird ein Kernelement der Sicherheitspartnerschaft realisiert. Polizeiliche Maßnahmen können nun mit einem konkreten Ziel für die drogenabhängigen Menschen versehen werden“, sagt Norbert Trabs, Leiter der Polizeidirektion Lübeck.

Statt mit Containern als Raum-Module wird die neue Einrichtung als Holzrahmenbau mit rund 210 Quadratmetern Nutzfläche realisiert. Dabei kommen vorgefertigte Wand- und Deckentafeln als Flächen-Module zum Einsatz. Neben Büro, Küche, Lager und Sanitärräumen inklusive Duschen entstehen ein Untersuchungs-, Besprechungs-, Ruhe- und Projektraum. Über den großzügigen Aufenthaltsbereich erfolgt über eine Terrasse der Zugang zum Außengelände. Rund zwei Millionen Euro investiert die Hansestadt Lübeck in den Bau.

Im weiteren Verlauf erfolgen der Innenausbau sowie die technischen Installationen. Ab November wird der Estrich eingebaut, im Anschluss beginnen die Malerarbeiten sowie die Gestaltung der Außenanlagen. Nach jetzigen Planungen soll die Einrichtung Ende Februar 2023 eröffnet werden.

Über die Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein sollen künftig folgende Leistungen angeboten werden:
· Beratung und Gespräche
· Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote
· Unterstützung bei Bewerbungen
· Hilfe bei der Wohnungssuche und bei Behördenangelegenheiten
· Spritzenaustausch und Kondomvergabe
· Gesundheitsberatung (vor allem safer use und safer sex)

Die Versorgung mit notwendiger Kleidung wird in Kooperation mit der benachbarten Heilsarmee sichergestellt.

Die neue Anlaufstelle für Suchtkranke nimmt Gestalt an. Foto: KWL

Die neue Anlaufstelle für Suchtkranke nimmt Gestalt an. Foto: KWL


Text-Nummer: 154199   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 30.09.2022 um 19.13 Uhr

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