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Tony Yun: Junger Pianist in der MuK

Lübeck: In der MuK-Reihe „Neue Horizonte“ - sie besteht seit 2019 und wird gefördert von Steinway und den Musik- und Orchesterfreunden – gastierte nun Tony Yun im Kleinen Saal. Der junge Pianist (Jahrgang 2001), mehrfacher Preisträger, stellte sich mit einem weitgefächerten Programm vor, das das erfreulich zahlreiche Publikum beeindruckte.

In Busonis Bearbeitung des Chorals „Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf“ von Johann Sebastian Bach vermochte Yun sein Temperament nicht ganz zu zügeln, und lud diesen „geradlinigen“ Barock mit einiger Emotion auf.Die war bei Franz Listzs „Bénédiction de Dieu dans la solitude“ (Gottessegen in der Einsamkeit) dann am Platze. In ungetrübtem Fis-Dur rauschten die Arpeggien dieser Salon-Religiösität, um im Diskant zu verklingen. Was bei Luciano Berios „Wasserklavier“ (1965, aus „Six Encores“) so harmlos tropft, sind ausgeklügelte Einzeltöne und Akkord-Kombinationen in Liszt-Manier. Tony Yun stellte auch hier den der Technik verpflichteten Virtuosen heraus.

Der Prüfstein kam mit Johannes Brahms' 3. Klaviersonate f-Moll op. 5. Nun zeigten sich interpretatorische Grenzen. Denn dieses Werk ist, bei allem Sturm und Drang, kein Kampf mit dem Flügel, sondern ein Begreifen der Passagen und Akkord-Zusammenhänge. Das zeigte sich besonders im Andante espressivo, das Yun harmlos verspielt und langweilig bot. Auch die folgenden Sätze zelebrierte der junge Pianist – er stellte sich nicht auf die trockene Akustik des Saals ein – mit dem Gestus des Salonlöwen. Das machte zwar Eindruck, drang aber nicht ins Wesen dieser Komposition vor. Mit einer leichtfingrigen Zugabe und heftigem Applaus endete das Konzert eines jungen Musikers, der noch am Anfang steht.

Tony Yun wagte sich in der Lübecker MuK an ein weitgefächertes Programm. Foto: Jennifer Taylor/MuK

Tony Yun wagte sich in der Lübecker MuK an ein weitgefächertes Programm. Foto: Jennifer Taylor/MuK


Text-Nummer: 154718   Autor: Güz.   vom 31.10.2022 um 10.53 Uhr

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