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Vielzitierte Forscher: Vier Lübecker in Topgruppe

Lübeck: Seit 2001 werden in der Liste der "Highly Cited Researchers" Wissenschaftler aus aller Welt aufgeführt, die zu den einflussreichsten Experten ihrer Forschungsgebiete zählen. Forschende, die in den letzten zehn Jahren im Web of Science™-Zitierindex zu den ersten 1 Prozent der Zitate nach Fachgebiet und Publikationsjahr gehörten, werden mit der Nennung in der Liste geehrt. Vier Forschende der Universität zu Lübeck sind in diesem Jahr dabei.

Die Liste der "Highly Cited Researchers" wird jährlich durch Clarivate Analytics herausgegeben, einem börsennotierten britisch-amerikanischen Unternehmen, das unter anderem auch den Impact Factor aus der Online-Zitier- und Literaturdatenbank "Web of Science" berechnet. "Die Forschung treibt den Wettlauf um Wissen an, und es ist wichtig, dass Länder und Institutionen die Personen würdigen, die das Rad der Innovation antreiben. Die Liste der "Highly Cited Researchers" ermittelt und würdigt herausragende Forscherinnen und Forscher, wie die der Universität zu Lübeck, die einen bedeutenden Einfluss auf die Forschungsgemeinschaft nehmen, was sich an der Häufigkeit zeigt, mit der ihre Arbeit von ihren Kolleginnen und Kollegen zitiert wird. Diese Personen tragen dazu bei, den menschlichen Erfindungsreichtum in die größten Durchbrüche der Welt zu verwandeln - und es ist eine Ehre, ihre Erfolge zu feiern." so David Pendlebury, Leiter der Forschungsanalyse am Institut für wissenschaftliche Informationen bei Clarivate.

Erstmals wurde in diesem Jahr eine vertiefende qualitative Analyse der "Highly Cited Researchers"-Liste durch das Partnerunternehmen Retraction Watch durchgeführt, um der zunehmenden Besorgnis über potenzielles Fehlverhalten (wie Plagiate, Bildmanipulationen, gefälschte Peer-Reviews) Rechnung zu tragen und die Veröffentlichungen nach Hinweisen auf ein solches Fehlverhalten zu untersuchen und ggf. auszuschließen.

2022 werden 7225 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 69 Ländern in der Liste der "Highly Cited Researchers" geführt. Deutschland befindet sich mit insgesamt 369 erfolgreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf Platz 4 der Wissenschaftsstandorte, nach den USA, China und Großbritannien. Vier Forschende der Universität zu Lübeck sind in diesem Jahr dabei.

Professor Dr. Stefan Borgwardt, Arzt, Psychiater und Neurowissenschaftler, ist seit 2019 Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Lübeck und Ärztlicher Direktor des Zentrums für Integrative Psychiatrie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Der Schwerpunkt seiner klinischen Forschung liegt in der Diagnostik, Charakterisierung und Behandlung von Patienten mit schweren psychischen Störungen, wobei bildgebende und computationale Methoden, innovative Therapieverfahren, sowie Vorhersagen zum Verlauf psychotischer Erkrankungen essenzielle Bestandteile seiner Forschungen sind, die zum Fachgebiet der Präzisionspsychiatrie zählen.

Professor Dr. Rolf Hilgenfeld ist Biochemiker und Seniorprofessor am Institut für Molekulare Medizin der Universität zu Lübeck und Mitglied im Exzellenzcluster "Precision Medicine in Chronic Inflammation" (PMI). Sein Forschungsschwerpunkt ist die strukturelle Aufklärung von Coronaviren. Prof. Hilgenfeld klärte 2002/2003 die weltweit ersten beiden Kristallstrukturen von Coronavirus-Proteinen auf und lieferte erste Erkenntnisse zur Entwicklung potenzieller neuer Hemmstoffe. Im Rahmen des SARS-CoV-2 Ausbruchs im Januar 2020 klärte Prof. Hilgenfeld die erste Kristallstruktur der Hauptprotease von SARS-CoV-2 aufgeklärt, auf deren Basis ein neuer Hemmstoff entwickelt wurde. Diese Arbeiten dienen als Grundlage weitere Medikamente gegen SARS-CoV-2 (zum Beispiel Nirmatrelvir/Paxlovid und Ensitrelvir).

Professor Dr. Martin Kircher ist Professor für Regulatorische Genomik an der Universität zu Lübeck, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck und Arbeitsgruppenleiter am Berlin Institute of Health (BIH) der Charité - Universitätsmedizin Berlin, wo ein Teil seiner Forschungsgruppe angesiedelt ist. Seine Forschung umfasst die Bereiche Sequenzanalyse, Data Mining, maschinelles Lernen und funktionelle Genomik , wobei ein Fokus auf computergestützten Ansätzen zur Identifizierung funktionell relevanter genetischer Veränderungen bei Krankheiten liegt.

Professor. Dr. Christine Klein ist Direktorin des Instituts für Neurogenetik und Leiterin der Sektion Neurogenetik an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck und Mitglied im Exzellenzcluster "Precision Medicine in Chronic Inflammation" (PMI). Prof. Klein forscht an seltenen erblichen Störungen wie den familiären Parkinsonsyndromen oder Dystonien, einer Gruppe von Bewegungsstörungen, die ihren neurologischen Ursprung in den motorischen Zentren im Gehirn haben. Prof. Kleins Fokus liegt dabei besonders auf der Fragestellung, weshalb viele Menschen, die Träger einer krankheitsverursachenden genetischen Mutation sind, nicht erkranken, sondern gesund bleiben und wie sich die genetische Ausstattung der Erkrankten auf den Therapieerfolg auswirken kann.

Zu den vier Forschern aus Lübeck zählt auch Professor. Dr. Christine Klein, die Direktorin des Instituts für Neurogenetik. Foto: Christoph Westenberger.

Zu den vier Forschern aus Lübeck zählt auch Professor. Dr. Christine Klein, die Direktorin des Instituts für Neurogenetik. Foto: Christoph Westenberger.


Text-Nummer: 155012   Autor: Uni Lübeck/Red.   vom 15.11.2022 um 10.10 Uhr

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