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Auszeichnung für den Verkehrsversuch Beckergrube

Lübeck - Innenstadt: Die Hansestadt Lübeck hat für "die beispielgebende Durchführung des Verkehrsversuchs im Projekt Beckergrube" den Deutschen Verkehrsplanungspreis 2022 erhalten. Der Verkehrsplanungspreis wird von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL e. V.) in Kooperation mit dem ökologischen Verkehrsclub VCD verliehen. Prämiert werden besonders innovative integrierte stadt- und verkehrsplanerische Projekte.

Senatorin Joanna Hagen zeigt sich sehr erfreut: „Wir haben diesem Projekt eine hohe Priorität zugewiesen und werden nun mit einer so bedeutsamen Auszeichnung dafür belohnt. Mittlerweile werden deutschlandweit Verkehrsversuche durchgeführt, die sich ein Beispiel an der Beckergrube nehmen. Es ist eine behutsame Vorgehensweise um ausreichend Akzeptanz für die dringend notwendige Mobilitätswende zu erreichen und gleichzeitig den Strukturwandel in eine positive Richtung zu lenken.“

Der Preis ging an Lübeck, weil die Umsetzung im Stadtraum durch die temporäre bauliche Veränderung und die Möblierung sichtbar gemacht wurde. Auch der Prozess, also das Erproben von Veränderungen und der begleitende fachliche Dialog hat die Jury überzeugt. Projektleiterin Julia Lindfeld freut sich darüber, dass mit dem Preis auch die intensive Mitwirkung der Akteure in der Straße selbst honoriert wird.

Neben dem Verkehrsplanungspreis gab es weitere drei Anerkennungen. Insgesamt wurden elf Arbeiten bewertet. Die Verleihung erfolgt alle zwei Jahre.

Hintergrund

Die Neugestaltung der Beckergrube wurde bei der Beschließung des Rahmenplans Innenstadt mit Mobilitätskonzept (2019) als Schlüsselprojekt der ersten Umsetzungsstufe benannt. Die Verwaltung ist beauftragt, unter Durchführung eines Verkehrsversuchs und anschließenden freiraumplanerischen Wettbewerbs, eine Neugestaltung vorzunehmen. Übergeordnete Aufgaben sind eine Verkehrsberuhigung in Verbindung mit einer Stärkung des klimafreundlichen Verkehrs, attraktive Aufenthaltsqualitäten sowie eine baukulturelle und funktionale „Wiedereingliederung“ in die Lübecker Altstadt. Es soll ein attraktiver Stadtraum entstehen.

Unter dem Motto „Lübeck geht los!“ startete in 2020 ein Verkehrsversuch, um die Umsetzbarkeit der verkehrlichen Zielsetzung zu prüfen. Autoverkehr ohne Ziel auf der Altstadtinsel wird im Zeitraum des Verkehrsversuchs umgelenkt. Der Straßenraum wurde provisorisch zurückgebaut und die freigewordenen Flächen mit temporären Maßnahmen, wie Fahrradmodulen, mobilen Baumstandorten und Sitzbänken bespielt.

"Es gelang eine temporäre Steigerung der Aufenthaltsqualität", so die Stadtverwaltung. "Verkehrserhebungen zeigen zudem, dass die Verkehrsberuhigung ohne Belastung angrenzender Straßenräume funktioniert und sich die Verkehrsstärke tatsächlich halbiert hat. Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 km/h trägt mit dazu bei, dass das Verkehrsgeschehen inzwischen als wesentlich entspannter wahrgenommen wird als früher." Der provisorische Umbau ist auf rund drei Jahre angelegt.

Durch die Sperrung der östlichen Beckergrube für den Durchgangsverkehr konnte eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens von mehr als 50 Prozent erreicht werden. Etwa 3000 Kraftfahrzeuge pro Tag sind weiterhin zufahrtsberechtigt, darunter der ÖPNV, Anlieferverkehr und Anlieger. Der provisorische Umbau umfasste eine Verringerung der Fahrbahnbreite von 10 auf 6 Meter, die Verlegung und den barrierefreien Ausbau der zwei Bushaltestellen sowie die Anordnung von Seitenstreifen, die als Multifunktionsflächen dem Lieferverkehr, dem Parken für Menschen mit Behinderung, Taxen sowie als Abstellfläche für Fahrräder dienen. Insgesamt wurden in diesem Zuge 19 Kurzzeitparkplätze umfunktioniert und so eine Neuaufteilung der Flächen erreicht. Zusätzlich wurden Abstellanlagen für über 100 Fahrräder installiert sowie zehn urbane Sitzmöbel und neun Bäume in großen Pflanzkisten aufgestellt.

"Bereits nach kurzer Zeit konnten Aneignungsprozesse in der Beckergrube beobachtet werden", berichtet die Stadtverwaltung. "Gastronomische Betriebe erweiterten ihre Außenbereiche, eine Initiative organisierte ein Urban Gardening-Projekt und auf einer Multifunktionsfläche finden Tanzabende und kleinere Veranstaltungen statt. Die Resonanz auf den Verkehrsversuch wurde als sehr positiv wahrgenommen."

Der Berufsverband der Stadtplaner hat den Verkehrsversuch Beckergrube ausgezeichnet.

Der Berufsverband der Stadtplaner hat den Verkehrsversuch Beckergrube ausgezeichnet.


Text-Nummer: 155251   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 25.11.2022 um 13.11 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Steffen Peters

schrieb am 25.11.2022 um 15.53 Uhr:
Danke!
Einfach mal: Danke!!
Ich weiß, daß die Auto(fahrer)Lobby jetzt gleich anders kommentiert - aber die Innenstadt war nie für Durchgangsverkehr geplant, die Geschäfte haben keinen Vorteil von durchfahrenden Autos (ganz im Gegenteil!) und Parkraum, insbesondere für die heute viel größeren Fahrzeuge, gab es nie ausreichend.
Und: Nein - der Niedergang der Verkaufsflächen in Innenstädten hat andere Gründe, als die fehlende Auto-Anbindung.
Jetzt muss der Versuch nur zu einer kompletten Neugestaltung führen; sprich: die Pläne müssen auch (mit Bürger- & Anliegerbeteiligung) umgesetzt werden.

K.-H.Kutschner

schrieb am 25.11.2022 um 16.31 Uhr:
"Die Resonanz auf den Verkehrsversuch wurde als sehr positiv wahrgenommen."

Ist es nicht herrlich, dass man sich alles schönreden kann,gerade so wie es passt?

Auf einen Preis von irgendwelchen tendenziösen, ideologisch geprägten Vereinen stolz zu sein ist doch ziemlich zweifelhaft...

Dissident

schrieb am 25.11.2022 um 16.38 Uhr:
"Aneignungsprozesse" = schon alleine dieses Wort sagt alles klar und deutlich aus!

SW

schrieb am 25.11.2022 um 16.50 Uhr:
Ich wisch' mir gerade die Lachtränen aus den Augen :-)))

Bürger aus HL

schrieb am 25.11.2022 um 17.43 Uhr:
Interessante Geschichte. Ein Preis oder Auszeichnung? Wer hat dafür gestimmt oder wer würde befragt? Menschen die es wirklich betrifft? Dass jetzt frischere Luft dort herrscht kann ich nicht glauben, denn die Verkehrsmenge nimmt nur andere Wege. Der ÖPNV ist dadurch nicht attraktiver. Ohne den Menschen zu nahe zu treten die gestimmt haben, ich denke es ist eine Papierentscheidung Belobigung auf höherer Ebene ohne den Bürger gewesen.

Icke

schrieb am 25.11.2022 um 18.09 Uhr:
Kannste dir nicht ausdenken😂

Martin

schrieb am 25.11.2022 um 18.11 Uhr:
Ich finde die neue Situation in der Beckergrube auch nicht toll, aber so ist das in der Demokratie wohl. Ich werde damit leben müssen und wohl auch können.

Was ich allerdings wirklich stark in die Kritik stelle ist, das ganze als "Versuch" zu deklarieren. Als wenn nicht bin vornherein festgestanden hätte, wie dieser Versuch ausgeht. Dasselbe in der Fackenburger. Das hat schon was von DDR.

Bäcker Kuhle

schrieb am 25.11.2022 um 18.13 Uhr:
Die Kommentare hier. Überwiegend die Dauernörgler und Immer-gegen-alles-seier. Ist einer von Euch wirklich betroffen? Hat einer wirklich Nachteile (also echte, nicht so Kleinkind „Ich will da jetzt aber durch“). Hat es überhaupt jemand von Euch verstanden? Nein, ich erwarte jetzt nicht, dass Euch Eure Kommentare schlagartig peinlich werden. Aber Ihr sollt schon wissen, dass sich halbwegs gebildete Menschen über Eure Argumentation lustig machen. Ein bisschen Spaß zum ersten Advent tut gut.

Bernd Feddern

schrieb am 25.11.2022 um 18.46 Uhr:
Herzliche Grüße an alle "Münchhausener".
Wer glaubt eigentlich noch ein einziges Wort aus lübecker sog. Politik?

Autofreund

schrieb am 25.11.2022 um 19.00 Uhr:
Prämiert werden besonders innovative integrierte stadt- und verkehrsplanerische Projekte.

Müsste es nicht eigentlich heißen:...besonders blödsinniger, unnützer und verkehrsplanerischer Wahnsinn?

Radler

schrieb am 25.11.2022 um 19.05 Uhr:
Super Auszeichnung gerne mehr davon! Macht die Stadt Autofrei. Neue Konzepte ohne Autos ist die Zukunft.

Andreas L

schrieb am 25.11.2022 um 19.06 Uhr:
@Hr. Kutschner: Wie ich Ihren häufigen Kommentaren entnehmen kann, sind immer nur die "Anderen" ideologisch geprägt. Ist es nicht viel mehr so, dass Sie ebenso ideologisch geprägt sind nach dem Motto "Offen für alles Alte" und haben einfach nur Angst vor Veränderungen? Oder Ihnen fehlt Fantasie, um sehen zu können, wie eine Welt jenseits des Individualverkehrs aussehen kann.

Normal

schrieb am 25.11.2022 um 20.33 Uhr:
Genau was das Foto zeigt. Nichts los in der verkehrlichen Lockdownzone. Stadt war zu meiner Zeit vor 50 Jahren gefüllt mit Leben. Autos konnten überall parken. Fußgänger ohne Ende. Karstadt voll. Schulter an Schulter die Menschen in den Warenhäusern. Glucksendes Lachen, fröhliche Gesichter in einer permanenten Stimmung des Aufbruches.
Heute dagegen allesamt nachdenklich, scheu, ab und an auf dem Weihnachstmarkt in seliger Glühweinrunde entspanntes Lachen eher von den Skandinaviern. Nein, schön ist weder die Beckergrube noch andere vom Strom des einstigen Handel und Wandel abgekoppelten Straßenzüge. Mich erinnern diese Muster sehr an die einstige DDR. Zwar nicht allzu grau aber immer weiter da sich ideologisch hinbewegend. Das! kann nicht der Weg der Glückseligen sein. Lasst das Leben zurück in die Stadt.

Manfred Vandersee

schrieb am 25.11.2022 um 20.35 Uhr:
Hurra! Es wird gezielt Immobilitätspolitik betrieben und die Jubelperser sind auch schon da. Alles Leute, die wenig unterwegs sein müssen und nur am warmen und trockenen "grünen" Tisch sitzen und vom hart arbeitenden Steuerzahler üppigst bezahlt werden. Mit der Realität und den Nöten der Menschen, die die Wertschöpfung betreiben und dafür sorgen, dass die Regale in den Geschäften voll werden, somit auch die Kühlschränke, haben die Jubelperser nichts zu tun.

Dieselben Institutionen, die den Unfug in der Beckergrube toll finden, werden auch den Quatsch in der Fackenburger Allee in absehbarer Zeit bejubeln. Es vergeht ein bisschen Zeit, das heißt auf Neudeutsch "Akzeptanz schaffen" und dann wird aus der warmen Stube weiterhin dafür gesorgt, dass die Leistungserbringer immer länger für ihre Wege brauchen.

Immobilitätspolitik hat offensichtlich in Lübeck eine starke Lobby, die von den Menschen zwangsfinanziert wird, die auf den Straßen sein MÜSSEN und mit ihrer Arbeitskraft die Steuern erwirtschaften und sich alltäglich über die künstlich erschaffenen Hürden ärgern müssen.

Lübeck ist eigentlich eine schöne Stadt, aber verkehrspolitisch wird es immer schlimmer.

Sami

schrieb am 25.11.2022 um 21.37 Uhr:
Das Ergebnis stand schon fest, bevor das Projekt überhaupt geplant war. Irgendeiner aus der Staddtverwaltung wollte sich wohl mal wieder profilieren. Aufmerksamkeitssynddrom ...!

Martin

schrieb am 25.11.2022 um 22.21 Uhr:
Wenn im Umfeld des großen bösen Einkaufszentrums draussen vor der Stadt der nächste Abriss ansteht, weil die derzeitigen Nutzer Richtung Altstadt umziehen, dann könnte es sein, daß ein weiterer neuer Anbau das große böse Einkaufszentrum erweitert. Und ich mache jede Wette, daß selbst die Händler aus der Innenstadt sich um die neuen Einzelhandelsflächen prügeln werden, weil einen besseren Umsatzgaranten kann es gar nicht geben.

Dann können auf der Beckergrube so viele Tauben hin- und her watscheln wie sie nur wollen.