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Neue Erkenntnisse zur Ursache von Parkinson

Lübeck: Archiv - 01.12.2022, 10.29 Uhr: Genetische Veränderungen sind eine mögliche Ursache der Parkinson-Erkrankung. Warum die Kranknheit aber bei den Trägern solcher Gene zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausbricht oder manche Menschen dennoch nie erkranken, ist bislang unbekannt. PD Dr. Joanne Trinh vom Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck hat herausgefunden, dass genetische Veränderungen in den Mitochondrien und Wiederholungen bestimmter Abschnitte eine Rolle spielen.

Beide Artikel wurden in der Fachzeitschrift Brain veröffentlicht.

Die Parkinson-Erkrankung ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen, die vorwiegend ältere Menschen betrifft. Bis zum Jahr 2040 werden voraussichtlich 17 Millionen Menschen weltweit von der Parkinson-Krankheit betroffen sein. Die Parkinson-Krankheit ist ein sehr heterogenes Krankheitsbild, bei dem das Erkrankungsalter, der Verlauf, das Ansprechen auf die Behandlung und die Symptome variieren. Als mögliche Ursache der Parkinson-Erkrankung wurden mehrere genetische Mutationen gefunden. Aber auch wenn Menschen genau dieselbe Mutation tragen, erkranken sie in unterschiedlichem Alter oder bleiben sogar davon verschont.

PD Dr. Joanne Trinh vom Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck hat nun in Zusammenarbeit mit Prof. Anne Grünewald, die eine Brückenprofessur am Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck und am Luxembourg Centre for Systems Biomedicine der Universität Luxemburg inne hat, neue genetische Faktoren gefunden, die diesen Unterschied im Krankheitsausbruch oder im Verlauf der Erkrankung bewirken können.

Die Forscherinnen konnten zeigen, dass genetische Veränderungen in den Mitochondrien, dem Kraftwerk jeder Zelle, mit dem Krankheitsausbruch bei PRKN- und PINK1-Mutationsträgern zusammenhängen. Diese Veränderungen traten nach der Befruchtung von Eizellen und Spermien und in unterschiedlichen Zellen auf, man spricht daher von somatischen Mosaiken. Somatische Veränderungen in den Mitochondrien könnten demnach ein neuer Krankheitsmarker für die PINK1/PRKN-Parkinson-Krankheit darstellen.

"Neuere Sequenziermethoden der Mitochondrien-DNA aus dem Blut von Patienten könnten für die genetische Beratung und künftige klinische Studien von großer Bedeutung sein, zum Beispiel bei der Überwachung des Ausbruchs der Krankheit bei asymptomatischen Trägerinnen und Trägern" erklärt Dr. Trinh.

Eine weitere mit Parkinson zusammenhängende Störung ist der "X-chromosomale Dystonie-Parkinsonismus (XDP)", eine neurodegenerative Erkrankung, die durch eine Wiederholung bestimmter Sequenzen im TAF1-Gen verursacht wird. Auch hier hat die Gruppe von Dr. Trinh aufgedeckt, dass somatische Mosaike dieser Wiederholungen, sogenannte mosaikartige "Divergente Wiederholungsunterbrechungen, die sowohl die Motivlänge als auch die Sequenz betreffen" (DRILS), mit dem Ausbruch der Erkrankung zusammenhängen.

Dr. Trinh wurde für diese Forschungsergebnisse kürzlich mit dem Wissenschaftspreis der Universität zu Lübeck ausgezeichnet. Die Forschungsergebnisse unterstreichen die Bedeutung somatischer Variationen und Mosaike als neue therapeutische Ziele, die den Ausbruch der Krankheit bei Parkinson beeinflussen können.

Originalpublikationen:

Trinh et al. MtDNA heteroplasmy distinguishes disease manifestation in PINK1/PRKN-linked Parkinson’s disease. 2022 Brain. (accepted, in press)

Trinh et al. Mosaic divergent repeat interruptions in XDP influence repeat stability and disease onset. Brain. 2022 (Link)

PD Dr. Joanne Trinh (3 von rechts) wurde für ihre Forschungsergebnisse mit dem Wissenschaftspreis der Uni Lübeck ausgezeichnet. Foto: Guido Kollmeier.

PD Dr. Joanne Trinh (3 von rechts) wurde für ihre Forschungsergebnisse mit dem Wissenschaftspreis der Uni Lübeck ausgezeichnet. Foto: Guido Kollmeier.


Text-Nummer: 155370   Autor: Uni Lübeck/Red.   vom 01.12.2022 um 10.29 Uhr

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