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Wetter: Weit in den Januar hinein weiter mild

Lübeck: Das außergewöhnlich milde Wetter hält an. Natürlich nicht so spektakulär wie in der Silvesternacht, in der wir in der gesamten Bundesrepublik auch um Mitternacht noch frühlingshafte Temperaturen an den Wetterstationen verzeichnen konnten. Etwas bescheidener müssen wir mitten im Winter schon sein, aber wir können weiterhin mit milden Verhältnissen rechnen.

In etwa zwei Drittel der Tage bis Monatsende sollten wir Tagestemperaturen im oberen einstelligen Bereich erwarten können, das heißt um die Mittagszeit Temperaturen zwischen +5°C und +9° C. Wichtiger noch, die Nachttemperaturen werden aus heutiger Sicht mit großer Wahrscheinlichkeit nicht unter den Gefrierpunkt sinken. Meist sind Temperaturen zwischen +1°C und +5° C zu erwarten, manchmal sogar auch darüber.

Von daher ist die gute Nachricht dieser Woche unmittelbar mit dem bisher überwiegend milden Verlauf von Herbst und Winter verbunden. Die Gasspeicher der Nation füllen sich sogar langsam wieder und wir können vor dem Hintergrund der politischen Erpressung zuversichtlich sein, dass wir nicht in einen Versorgungsnotstand geraten. Weiterhin müssen wir natürlich, wie bisher in diesem Winter, vernünftig mit Energie umgehen, damit unsere Handlungsfähigkeit erhalten bleibt.

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Zu verdanken haben wir das in erster Linie einem meist 300 bis 400 km/h schnellen Wind, der die Nordhalbkugel in etwa 10 km Höhe umströmt. Die mäandrierende Windströmung pendelt meist zwischen 40 und 60 Grad nördlicher Breite und passt sich zudem auch noch leicht den Jahreszeiten an. Im Sommerhalbjahr schiebt sich das ganze Band leicht nach Norden, im Winterhalbjahr nimmt es eine eher südliche Position ein. Ohne zu akademisch zu werden kann man generell sagen, dass sich am Nordrand dieser Höhenströmung in der Regel Tiefdruckgebiete ausbilden, und zwar am Boden. Der Höhenwind sorgt dafür, dass sie sich am Boden bilden und sorgt gleichzeitig für die Zugrichtung von West nach Ost.

Von daher bewegt sich, vorerst bis in das letzte Januardrittel hinein, ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen von Island her über die Britischen Inseln zu uns, und sorgt an seiner Vorderseite für den Zustrom milder atlantischer Luftmassen in unsere Region. An den Pfeilen der Tiefdruckgebiete erkennt man natürlich auch, dass so ein Tief auch eine Rückseite hat. Wenn die uns überquert gibt es selbstverständlich auch einmal kurz den Zustrom kälterer Luftmassen aus Richtung Pol. Da die Druckgebilde uns allerdings recht schnell überqueren, dauern diese etwas kälteren Perioden nicht lange. Vielleicht sind morgens einmal kurz die Scheiben überfroren, das war es dann aber auch schon. Länger als einen Tag sollte der frische Wind aus Norden nicht anhalten. Die milde Lage sehen wir von heute aus etwa bis zum 20. Januar.

Danach könnte es ein paar Tage lang Polarluft geben und wir werden dann Temperaturen um den Nullpunkt herum registrieren, nachts auch im Frostbereich. Danach hängt alles davon ab, ob der Jet-Stream uns weitere Tiefdruckgebiete mit milder Luft beschert. Sobald wir darüber neue Erkenntnisse haben, melden wir uns an dieser Stelle wieder.

Falls die Tiefdruckgebiete der kommenden Woche, was zu erwarten ist, Niederschlagsgebiete dabei haben sollten, bitten wir, die Regentropfen freudig zu begrüßen. Ein Blick auf das vergangene Jahr zeigt nämlich, dass wir mit etwa 550 mm Jahresniederschlag doch nur etwa 80 % des langjährigen Mittels eingefahren haben. Das könnte durchaus etwas mehr sein, denn Wald und Wiesen sind dringend auf ausreichend Feuchtigkeit angewiesen. Auch die Durchschnittstemperatur war leicht höher und Sonnenstunden gab es reichlich. Diese Werte sind eben deutliche Anzeichen für einen Klimawandel, auch in unserer Region.

Etwas stürmischer kann es natürlich im Umkreis des kommenden Wochenendes auch einmal werden, aber insgesamt haben wir einen für Lübeck doch recht undramatischen und gemäßigten Jahresbeginn, der uns helfen sollte, weiter Energie zu sparen, auch im Interesse unserer Haushaltskassen. Die Energiepreispauschale hat es ja mittlerweile in den meisten Fällen gegeben. Hoffentlich haben die meisten das Geld wenigstens teilweise zurückgelegt, denn die Energieabrechnungen für den ersten Kriegswinter kommen schließlich noch, und die werden in vielen Fällen saftig sein.

Eine klare Sicht bleibt die Ausnahme: Tiefdruckgebiete mit Regen bestimmen weiter das Wetter. Grafik: Harald Denckmann

Eine klare Sicht bleibt die Ausnahme: Tiefdruckgebiete mit Regen bestimmen weiter das Wetter. Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 155998   Autor: Harald Denckmann   vom 08.01.2023 um 16.47 Uhr

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