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Gedanken über die Familie

Lübeck: In dieser Woche gab es wieder viele Berichte über das britische Königshaus. Pastorin i.R. Ellen Naß nimmt diese Nachrichten zum Anlass, ihre Gedanken zum Wochenende dem Thema Familie zu widmen.

Letzte Woche ist es endlich erschienen, wochenlang wurde häppchenweise etwas im Voraus veröffentlicht, auf Spanisch soll es schon lange vor-veröffentlicht worden sein: Von Prinz Harry (darf er sich eigentlich noch so nennen, ich habe da den Überblick verloren) die Autobiografie. Ich weiß nicht, ob Sie es mit verfolgt haben, die Verkaufszahlen des Buches sollen jedenfalls unglaublich hoch sein. Obwohl ich Großbritannien liebe und (fast) jeden Urlaub dort verbracht habe, mein Schrank voll ist von Keramikbechern mit Bildern der königlichen Familie aus den letzten 100 Jahren, muss ich zugeben, dass mich das Geschehen um Harry und Meghan und Charles und Camilla und William und Kate überhaupt nicht interessiert.

Der Titel des Buches heißt: „Reserve“. In britischen Adelskreisen gab es schon lange die Regel: Nach einer Hochzeit musste ein „Heir“ (Erbe) und ein „Spare“ (Reserve) geboren werden, danach hatte das Ehepaar seine Pflicht erfüllt, bei Vernunftehen konnte danach jede und jeder seiner Wege gehen, für die Erbfolge waren die danach geborenen Kinder dann ja nicht mehr wichtig. Trotz der unterschiedlichen Schreibweisen reimen sich die beiden Worte, auf diese Regel spielt Harry an.

Für viele Menschen ist es wahrscheinlich tröstlich und spannend zu sehen, dass trotz hoher Geburt, trotz Reichtum und auch trotz Erfolgen – Harry hat immerhin in Afghanistan gekämpft und die Sportwettbewerbe für kriegsversehrte Soldaten ins Leben gerufen – es in diesen Familien nicht anders zugeht als bei uns auch, eher noch schlimmer als in den meisten Familien.

Dabei hat es Rivalitäten, Streitigkeiten, selbst Mord und Totschlag unter Geschwistern schon immer gegeben. Kain und Abel sind sprichwörtlich, die Erzählung von dem ersten Brüderpaar der Menschheit, in der der ältere Bruder den jüngeren erschlug.

Selbst in der „heiligen“ Familie gab es Streitigkeiten. Maria wird ja von vielen Christen und Christinnen hoch verehrt, sein Bruder Jakobus soll ein hohes Amt in der ersten Gemeinde in Jerusalem bekleidet haben.

Aber es wird auch im Evangelium nach Lukas berichtet, dass es nicht immer alles so harmonisch war, wie es im Rückblick der 2000 Jahre den Anschein hat. Lukas schildert, dass Jesus Menschen, auch Frauen, in seine Nachfolge beruft, dass er predigt und dass eine große Menschenmenge ihm zuhörte. Dann wollen Maria und seine Brüder ihn sprechen – vermutlich, um ihn an seine Pflichten als ältester Bruder zu erinnern, dass er sich um seine Familie kümmern soll. Man stelle sich nur einmal vor, Jesus wäre ihren Bitten gefolgt!

Sie kommen wegen der Menschenmenge nicht zu ihm, schicken ihm eine Botschaft, er möge bitte zu ihnen kommen. Jesus weigert sich, er sagt: „Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.“ Deshalb sehen sich Christen und Christinnen heute noch als Geschwister, reden sich mit „Bruder“ und „Schwester“ an.

Auch hier ist nicht alles so, wie es sein sollte. Aber anstatt einem Ideal nachzujagen, zu erwarten, dass andere Familien wie die Royals, in Harmonie miteinander leben, sollten wir das tun, was Jesus von seiner Familie fordert, was uns zur Familie Jesu zugehörig macht: Gottes Wort hören und tun.

Ich halte das für eine gute Richtschnur, auch und gerade im engsten Kreis sich an die Gebote Gottes zu halten, seine Liebe zu leben. Das muss nicht heißen, dass man immer tut, was die anderen von einem wollen – Jesus macht es uns vor, aber liebevoll sollten wir miteinander umgehen, in allen Unterschieden und allen Konflikten. Dann kann Familie, können die Angehörigen, wirklich jemand sein, zu dem man „Bruder“ oder „Schwester“ sagt, bei denen man sich ausruhen kann, die helfen und stützen und denen man hilft und die man stützt.

Pastorin i.R. Ellen Naß widmet ihre Gedanken zum Wochenende der Familie.

Pastorin i.R. Ellen Naß widmet ihre Gedanken zum Wochenende der Familie.


Text-Nummer: 156111   Autor: red.   vom 14.01.2023 um 08.56 Uhr

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