Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Winterangebote sind Erfolgsprojekte

Lübeck: Seit Anfang November hat das Winterstübchen der Kirchengemeinde Luther-Melanchthon in Lübeck geöffnet. Obwohl die Temperaturen bislang wenig winterlich sind, ist das Interesse an dem wärmenden Ort von Anfang an groß. Ein Erfolg ist auch das Wintercafé in St. Petri zu Lübeck, das seit Jahresbeginn geöffnet ist.

Bild ergänzt Text
Das Winterstübchen ist ein Erfolg: Pastorin Constanze Oldendorf, Pastor Thorsten Rose und Annette Bäumer freuen sich über die hohe Resonanz auf das wärmende Angebot der Lübecker Kirchengemeinde Luther-Melanchthon.

„Als Kirchengemeinde tun wir das, was unsere Aufgabe ist: Wir bieten Raum und Zeit an“, sagt Constanze Oldendorf, Pastorin der Kirchengemeinde Luther-Melanchthon. Die Idee wurde im Gesprächskreis „Glaubenteilen“ im Herbst 2022 geboren. „Wir überlegten gemeinsam, wie wir als Einzelne, aber vor allem, wie wir als Kirchengemeinde auf die Energiekrise reagieren sollten“, erinnert sich die Seelsorgerin. Die einhellige Meinung damals: „Bloß nicht mit geschlossenen Türen!“ Für Haupt- und Ehrenamtliche stand fest: „Kirche hat eine wichtige Verantwortung, ansprechbar zu bleiben, warme Räume anzubieten.“

Aus der Idee erwuchs ein Konzept, beschlossen und umgesetzt vom Kirchengemeinderat. Was im Spätherbst nur noch niemand wissen konnte: Besteht überhaupt Bedarf, geschweige denn Interesse an „Luthers Winterstübchen“ als Ort, an dem sich Menschen in jedweder Hinsicht aufwärmen, miteinander sprechen, spielen, Trost suchen und Zuspruch finden können?

Knapp zwei Monate später wissen es die Pastoren Constanze Oldendorf, Thorsten Rose und das stetig wachsende Team an Unterstützenden: Ja! Durchschnittlich zehn bis zwölf Menschen aus dem Stadtteil kommen jedes Mal, wenn montags und donnerstags in der Moislinger Allee 98 Kaffee und Tee gekocht wird, Kuchen und kleine Snacks angeboten werden.

„Luthers Winterstübchen“ ist zwar ein kleines Projekt, aber ein großer Erfolg für die Initiatoren. „Die offenen Treffen haben eine große seelsorgerliche Kraft, was zeigt, dass Wärme nicht nur aus dem Heizkörper kommt“, ist Thorsten Rose überzeugt. Im Kern sei es sehr einfach: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude“, bekräftigt Pastorin Oldendorf. Menschen herauszulocken aus sorgenvollen Gedanken, das funktioniere in Gemeinschaft sehr viel leichter. Und so seien es eher seltener bedrückende und quälende Gespräche, die geführt würden.

Dass sich die im Stadtteil benachbarte Laurentiusgemeinde am Standort Bugenhagenkirche dem Projekt angeschlossen hat, bestätigt das Team von „Luthers Winterstübchen“. Seit Jahresfrist gibt es mittwochs und freitags vergleichbare Angebote in direkter Nachbarschaft. Bis mindestens Ende März sollen die Winterstübchen geöffnet bleiben.

Wenige Kilometer Luftlinie von St. Lorenz-Süd entfernt, bietet in der Altstadt das Wintercafé in St. Petri zu Lübeck ebenfalls einen Ort, an dem Menschen Wärme von innen und außen tanken können. „Auch bei uns wusste am Anfang niemand, ob überhaupt jemand kommt“, sagt Projektkoordinatorin Anika Stender-Sornik. Seit dem 2. Januar gibt es montags, dienstags und mittwochs heiße Getränke, Suppen und Aufläufe für Bedürftige.

„Im Schnitt kommen 25 Personen pro Tag zu uns - einige regelmäßig, andere nur ab und zu.“ Wer durch die gläserne Tür tritt, der wird willkommen geheißen. Niemand führt Buch oder stellt Fragen, ob die- oder derjenige auf der Straße lebt, in einer kalten Wohnung ausharren muss oder allein ist, Gesellschaft und ein persönliches Gespräch sucht. „Bedürftigkeit hat viele Facetten und ist sehr individuell“, betont Anika Stender-Sornik. Bedarf, den das Team von St. Petri erfüllen kann. An jedem Öffnungstag unterstützen Mitglieder des Kuratoriums der Hochschul- und Kulturkirche die Arbeit. Und das Miteinander, das hat, sagt die Projektleiterin, „schon was Familiäres“. Die Reaktionen auf das Wintercafé sind auf beiden Seiten ausschließlich positiv. „Was bei den Menschen, die zu uns kommen, immer wieder hervorgehoben wird, sind die Öffnungszeiten, weil besonders die dunklen Stunden des Tages zwischen 16 und 18 Uhr für viele sehr quälend sind."

Die Angebote im Überblick:

montags: 15 bis 16.30 Uhr, Gemeindehaus in der Moislinger Allee 98 (Luther-Melanchthon-Kirchengemeinde)
mittwochs: 15 bis 16.30 Uhr, Haus der Begegnung/Kaminzimmer, Karavellenstraße 8 (Laurentius-Kirchengemeinde/Bugenhagenkirche)
montags, dienstags und mittwochs (bis 28. Februar 2023): 15 bis 18 Uhr, Wintercafé, St. Petri zu Lübeck
donnerstags: 10 bis 11.30 Uhr, Gemeindehaus in der Moislinger Allee 98 (Luther-Melanchthon-Kirchengemeinde)
freitags: 10 bis 11.30 Uhr, Trave-Treff, Karavellenstraße 3 („Karavellenhochhaus“)

An drei Tagen pro Woche lädt St. Petri ins Wintercafé ein: Anika Stender-Sornik koordiniert das Projekt, hier mit Anja Farries aus dem Kuratorium und Karin Dora vom St. Petri Café. Fotos: KKLL-bm

An drei Tagen pro Woche lädt St. Petri ins Wintercafé ein: Anika Stender-Sornik koordiniert das Projekt, hier mit Anja Farries aus dem Kuratorium und Karin Dora vom St. Petri Café. Fotos: KKLL-bm


Text-Nummer: 156154   Autor: KKLL-bm   vom 17.01.2023 um 11.41 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.