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Gottesdienst: Polizei-Anwärter arbeiten NS-Geschichte auf

Lübeck: Seit 2011 wird im Dom zu Lübeck der Opfer des Nationalsozialismus gedacht – am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, gemeinsam mit jüdischen und christlichen Gemeinden. In diesem Jahr findet der Gedenkgottesdienst am Freitag, 27. Januar 2023, um 18 Uhr statt. In diesem Jahr steht die Aufarbeitung der Geschichte der Polizei im NS-Regime im Mittelpunkt.

Dieser Gottesdienst ist besonders und aufrüttelnd: Junge Polizeianwärter arbeiteten die Rolle der Polizei in der Zeit des Nationalsozialismus auf und werden über ihre Eindrücke sprechen. Auch Landespolizeidirektor Michael Wilksen und Schleswig-Holsteins Polizeiseelsorger Christian Kiesbye setzen sich mit diesem Thema auseinander. Pastorinnen und Pastoren verschiedener Lübecker Kirchengemeinden und Polizisten in Uniform werden ebenfalls an dem Gottesdienst teilnehmen.

Pastorin Margrit Wegner sagt: „Dieser Gedenkgottesdienst ist uns als Gemeinde ein echtes Herzensanliegen. Wir laden jedes Jahr besonders junge Menschen ein, beispielsweise all unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden. Uns ist wichtig, einerseits der Millionen Toten zu gedenken, aber andererseits auch in die Zukunft zu blicken und aktiv daran mitzuwirken, dass Rassismus, Antisemitismus und jegliche Form von Diskriminierung in unserer Gesellschaft keinen Ort haben.“

Als Seelsorger für die Landespolizei Schleswig-Holstein und als Verantwortlicher für das Fach Berufsethik in der Ausbildung des mittleren Dienstes in Eutin begrüßt Pastor Christian Kiesbye es sehr, dass sich die Anwärter mit der Geschichte des Polizeibataillons 307 auseinandersetzen: „Heutige Polizeiarbeit findet unter dem grundlegend anderen Maßstab der Menschenwürde (Artikel 1 des Grundgesetzes) statt und ist an die Verfassungsordnung des freiheitlichen Rechtsstaates gebunden. Die Anwärter lernen in der Begegnung mit der damaligen Geschichte, wohin Polizeiarbeit in einer menschenverachtenden, rassistischen Diktatur führt.“

Hintergrund: Die Landespolizei Schleswig-Holstein stellt sich ihrer Vergangenheit, besonders der Geschichte des „Polizei-Bataillons 307“ in Lübeck, das im Oktober 1940 aus dem Polizei-Ausbildungs-Bataillon „Lübeck“ entstand. Es war für Deportationen von Juden in Konzentrationslager sowie für Massenerschießungen verantwortlich. Die fünf jungen Polizeianwärter arbeiteten sich in die Unterlagen und das Kriegstagebuch dieses Bataillons ein. Eine der Anwärterinnen nahm im April 2022 an der jährlichen Reise nach Jerusalem teil und berichtet von einer Begegnung in Yad Vashem.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht die Aufarbeitung der NS-Geschichte der Polizei in Lübeck. Foto: Steffi Niemann

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht die Aufarbeitung der NS-Geschichte der Polizei in Lübeck. Foto: Steffi Niemann


Text-Nummer: 156301   Autor: Steffi Niemann/red.   vom 24.01.2023 um 17.02 Uhr

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