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Stadt will den Strandbahnhof kaufen

Lübeck - Travemünde: Wie bei jeder Stadtteilkonferenz durften am Mittwochabend auch die Travemünder Bürger Kärtchen mit ihren Fragen füllen. Nach den angekündigten Themen schnappte sich Bürgermeister Jan Lindenau einen kleinen Stapel davon und beantwortete einiges gleich. Dabei ging es auch um den viel kritisierten Zustand des Travemünder Strandbahnhofes. Den würde die Stadt offenbar am liebsten kaufen. Allerdings: Der Eigentümer will nicht verkaufen.

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„Wir haben ihm bereits Angebote gemacht, den Bahnhof zu kaufen“, sagte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau am Mittwoch auf der Travemünder Stadtteilkonferenz. Foto: Karl Erhard Vögele

Was denn nun aus dem Strandbahnhof wird, wollte ein Travemünder wissen. Doch da hat die Stadt wenig Einfluss: Das historische Bahnhofsgebäude gehört seit dem Jahr 2015 einem Lübecker Privatmann. Er hatte es auf einer Aktion erstanden, dem Vernehmen nach für gut eine Dreiviertelmillion Euro. Doch das Ambiente rund um das Gebäude passt vielen Bürgern nicht, so dass der Bahnhof immer Wieder Thema auf öffentlichen Sitzungen ist. „Wir haben ihm bereits Angebote gemacht, den Bahnhof zu kaufen, aber er konnte sich noch nicht dazu durchringen", sagte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau jetzt auf der Travemünder Stadteilkonferenz. "Das letzte Mal hat er gesagt 15 Millionen, Sie können ihn sofort haben." Das war natürlich zu viel. Aber man arbeite weiter daran, versicherte der Bürgermeister. Weiter erklärte Lindenau, es sei falsch gewesen, dass die Hansestadt bei der Versteigerung vor Jahren kein Gebot abgeben habe. Er selbst hätte sehr dafür geworben. Damals war er noch nicht Verwaltungschef.


Weitere Themen der Travemünder Stadteilkonferenz:

Lübeck als Smart City
Als Beispiel für Travemünde nannte der Bürgermeister das "Smart Parking" auf dem Wohnmobilstellplatz. Dank Sensoren im Boden könne man live im Internet sehen, wo Plätze frei seien. Auch die Liegeplätze auf dem Wasser sollen digital gesteuert werden, so dass Segler sich ihren Platz schon online buchen können. Um die 1500 Liegeplätze sollen so ausgerüstet werden. Dadurch sollen die Liegeplätze auch besser ausgenutzt werden.


Wohngeldreform 2023
Die zuständige Senatorin berichtete über die Wohngeldreform. "Es gibt eine enorme Ausweitung des Empfängerkreises", sagte sie. Man solle sich nicht scheuen, den Antrag zu stellen. Das seien 370 Euro im Monat, die man wirklich gut gebrauchen könne. Die Bearbeitungszeit liege derzeit bei 6 bis 8 Wochen, es gäbe aber auch die Möglichkeit, früher auszuzahlen.

Tourismus
"Wie ist eigentlich die Akzeptanz von Tourismus bei den Menschen, die hier leben?", nannte die zuständige Senatorin eine der Fragen zu diesem Themenkomplex. Dazu sei im letzten Jahr eine Tourismusakzeptanzbefragung durch die städtische Marketinggesellschaft durchgeführt worden. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Tagen vorgestellt werden. Laut der Senatorin habe der Tourismus eine hohe Akzeptanz in Travemünde. Es würden aber auch Punkte kritisch gesehen, darunter etwa der Grünstrand. Dazu gäbe es eine Arbeitsgruppe mit Kurbetrieb, Marketing und Senator.

Naturschutzgebiet Südlicher Priwall
Der zuständige Senator sprach über Erholungsmöglichkeiten auf dem südlichen Priwall. Vögel und Menschen hätten das Gebiet sehr gut angenommen. Ein Problem seien Kanufahrer, die dort wo Vögel brüten zelten und Party machen würden.

Travemünder Woche 2023
Zur Neukonzeptionierung der Travemünder Woche meinte die zuständige Senatorin, dass sich für die Segelwettbewerbe erstmalig auch eine Unterstützung des Landes abzeichne. Ein neues Marketingprogramm für Land- und Sportprogramm wurde von der städtischen Marketinggesellschaft entwickelt.
Es soll mehr Kultur ins Landprogramm gebracht werden und ein "typisch Norddeutsch". Es müsse nicht unbedingt ein Bayerndorf geben, meinte die Senatorin. "Weniger Rummel und Feiern und mehr Kultur" sei das Ziel.

Städtebaulichen Maßnahmen
Als nächstes standen Bauthemen auf der Tagesordnung. "Mittlerweile prägen ja die Kräne die Skyline von Travemünde", meinte die zuständige Senatorin zu den Baugebieten Baggersand und Fischereihafen. "Die Hafenzone wird im gleichen Zuge mitgemacht." Was noch ausstehe, sei die Verbindung zum Fährvorplatz, da müsse man sich in den nächsten Jahren um Fördermittel kümmern.

Weiter ging es mit der Neuen Teutendorfer Siedlung, dem Neubaugebiet Howingsbrook und dem Gelände der ehemaligen Ostsee-Akademie. Wo derzeit noch die Akademie weitgehend ungenutzt steht, sollen 14 Reihenhäuser und 114 Wohnungen im Geschosswohnungsbau gebaut werden.

Bürgerfrage E-Säulen
Ein weiterer Bürger wollte wissen, wann es mehr Elektroparksäulen geben werde. Es sei ein erstes Konzept aufgelegt für 300 Säulen im Stadtgebiet für die nächsten zwei Jahre, antwortete der Bürgermeister. Weiter werde gerade eine Karte der bestehenden Ladesäulen erstellt. Die Karte mit allen Ladepunkten in der Stadt solle in Kürze online gehen.

Infos auf den Seiten der Stadt
Die kompletten Folien der Veranstaltung mit weiteren Themen wie der zweiten Straßen Anbindung, Energiekosten und steigende Meeresspiegel sollen auf der Internetseite der Stadt abrufbar sein.

Die Stadt will den Travemünder Strandbahnhof kaufen und hat laut Bürgermeister sogar schon mehr als den Auktionspreis geboten. Allerdings möchte der Verkäufer sich bislang nicht von der Immobilie trennen. Foto: HN/Archiv

Die Stadt will den Travemünder Strandbahnhof kaufen und hat laut Bürgermeister sogar schon mehr als den Auktionspreis geboten. Allerdings möchte der Verkäufer sich bislang nicht von der Immobilie trennen. Foto: HN/Archiv


Text-Nummer: 156340   Autor: Helge Normann   vom 25.01.2023 um 23.00 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Oliver

schrieb am 31.01.2023 um 09.45 Uhr:
Wenn der Privatmann nicht verkaufen will, soll er dafür auch mal zusehen, dass die Innenräume des Bahnhofs mal besser genutzt werden und nicht laufend immer wieder leerstehen.