Possehl-Stiftung Lübeck
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Gruppe aus Taiwan informierte sich über Senioren-Assistenz

Lübeck: Archiv - 11.02.2023, 13.13 Uhr: Diese Woche bekam die altehrwürdige Hansestadt Besuch aus dem fernen Osten. Eine elfköpfige Delegation aus Taiwan informierte sich beim Lübecker Unternehmen "Hansenior - die Assistenzprofis" über Senioren-Assistenz nach dem Plöner Modell und besichtigte das Domicil am Holstentor.

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Hansenior-Gründer Wolf-Asmus Wittke empfing Professorin Yu-Juin Wang und ihre Mitstreiter mit den Worten "Ni hao, Qīn'ài de péngyǒumen" herzlich, was er mit "Moin, liebe Freunde" norddeutsch übersetzte. Wang ist Gründerin der European Innovation CoCreation, eines Projektes zur Förderung der Zusammenarbeit in einer globalisierten Welt. Für ihr Engagement wurde sie bereits mit der Deutsch-Taiwanesischen Freundschaftsmedaille des Deutschen Instituts in Taipei - der inoffiziellen diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik – geehrt.

Erste Etappe der Tour de Lübeck war das Domicil am Holstentor, wo Verwaltungsmitarbeiter Felix Zänkert eine Führung anbot. Die Gäste waren begeistert von der einladenden Atmosphäre und modernster Technik vom Brandschutz bis zur Wäscherei. Höhepunkt der Führung war aber der Besuch im heimeligen Zimmer einer 87-jährigen Bewohnerin, die es sich sogleich mit den Besuchern auf dem Sofa gemütlich machte. "Ich bekomme viel Besuch, aber so viele Gäste auf einmal hatte ich noch nie", lachte die rüstige Seniorin. Einen Höhepunkt bildete der Abschluss der Besichtigung im "Snoezelraum", einem speziell ausgestatteten Zimmer für Entspannung und Therapien. Das beheizte Wasserbett, Lichteffekte und eine Soundanlage mit vibrierendem Subwoofer unterm Bett versetzten die Gruppe in Erstaunen. "Das würde in Taiwan auch gut angekommen", waren sich alle einig.

Nach ersten informativen Gesprächen über mögliche innovative Kooperationen, wie beispielsweise ein Austauschprogramm für Praktikanten, schlenderte die mittlerweile hungrige Gruppe durch die Altstadt zur Schiffergesellschaft. Gaumenfreuden der norddeutschen Küche – wie Grünkohl, Matjes oder Bratkartoffeln - verzückten die Gäste ebenso wie das historische Ambiente. Herrn Wittkes Erzählungen über die Geschichte der Schiffergesellschaft und der nachfolgende Besuch beim Heiligen-Geist-Hospital schlugen einen Bogen zur Entstehung sozialer Einrichtungen in Europa. Die Pläne der Hansestadt stießen allerdings auf Unverständnis. "Wie kann eine Welterbestadt eine der ältesten Einrichtungen weltweit einfach schließen? Jede andere Stadt wäre stolz auf dieses kulturelle Erbe", entfuhr es den entsetzten Besuchern, die sich zu einem spontanen Protestfoto sammelten.

Ein anschließender Stadtbummel mit Anekdoten von VfB-Stadionsprecher Wittke endete standesgemäß bei Niederegger, wo die fernöstlichen Gaumen mit Marzipan in allen Variationen verwöhnt wurden. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der nach 2019 zweite Besuch regelmäßig stattfinden sollte, um die Beziehungen und den Austausch über Senioren-Assistenz und Pflege zu vertiefen. "Wir können viel voneinander lernen", erklärten Wittke und Prof. Wang, die seit ihrer Studienzeit in Trier die Sprache beherrscht, unisono. Der Familienvater und Vorsitzende des Vereins "Sozialelche e. V." freut sich schon auf seinen Gegenbesuch in Taiwan: "Vielleicht kann man das ganze in Zukunft auch noch etwas offizieller gestalten, meine Mails an die Stadt blieben bisher leider unbeantwortet."

Die Gruppe aus Taiwan interessierte sich auch für die Entwicklung im Heiligen-Geist-Hospital. Fotos: Hansenior

Die Gruppe aus Taiwan interessierte sich auch für die Entwicklung im Heiligen-Geist-Hospital. Fotos: Hansenior


Text-Nummer: 156695   Autor: Hansenior   vom 11.02.2023 um 13.13 Uhr

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