Possehl-Stiftung Lübeck
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St. Aegidien: Vier Führungen durch vergangene Jahrhunderte

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 02.03.2023, 17.02 Uhr: Oft kommt es vor, dass Besucher der St.-Aegidien-Kirche mit strahlenden Augen davon schwärmen, wie wunderschön der Raum sei, in dem sie gerade stehen. Da lebe man nun seit 55 Jahren in Lübeck, sei aber noch nie in dieser Kirche gewesen. Sie liege ja auch ein wenig abseits. An den kommenden Sonntagen besteht die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu entdecken.

Vier Führungen mit Pastor Thomas Baltrock, beginnend am Sonntag, 5. März, um 13 Uhr sollen die kleinste der Innenstadtkirchen ein wenig bekannter machen. Dabei geht es vorrangig nicht um Jahreszahlen und Namen, sondern um Vorstellungen und Gedanken vergangener Jahrhunderte, die sich in Stein, Holz und Farben ausdrücken. Warum waren die Kirchen des Mittelalters eigentlich so prächtig ausgestattet, obwohl die meisten Lübecker zuhause eher karg lebten? Und wie sahen mittelalterliche Kirchen überhaupt aus? Keine Kirche Europas, ganz gleich ob katholisch oder evangelisch, sieht ja noch so aus wie im 15. Jahrhundert.

In Aegidien gibt es einen uralten Christus mit einer Reliquienfassung unter einem Bergkristall auf der Brust: Glaubten unsere Vorfahren wirklich, dass Knochenreste oder Stofffetzen irgendeine heilende Kraft hätten? Sind die Bilder an den Wänden tatsächlich die „Bibel der Armen“, obwohl man manche nur äußerst mühsam in der Höhe erkennen kann? Was hat die Reformation im Kirchenraum überhaupt verändert? Liegen immer noch Verstorbene unter den Grabsteinen des Fußbodens? Warum fassen moderne Taufbecken oftmals nur einen knappen Liter Wasser, das mittelalterliche Bronzebecken in St. Aegidien aber über fünfhundert Liter?

Der Raum, der ja niemals ausgebrannt ist, ermöglicht einen Spaziergang durch einige Jahrhunderte europäischen Denkens und Glaubens. Manches ist uns fremd geworden und ruht wohl zu Recht in den Kellern der Vergangenheit, andere Praktiken, Gottesdienstformen und Raumnutzungen sind vielleicht ungeborgene Schätze. Eine Besonderheit der Führungen wird sein, dass Pastor Baltrock sonst verschlossene Räume öffnet und Gegenstände zeigt, die ansonsten in Schränken und Tresoren ruhen.

Die erste Führung gibt es am Sonntag, 5. März, um 13 Uhr und dann jeden folgenden Sonntag bis zum 26. März um die gleiche Zeit. Geplant ist eine Dauer von ungefähr 75 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos, am Ausgang wird ein Körbchen stehen.

An den kommenden Wochenende besteht die Möglichkeit, die Schätze von St. Aegidien zu entdecken. Foto: Kirchenkreis

An den kommenden Wochenende besteht die Möglichkeit, die Schätze von St. Aegidien zu entdecken. Foto: Kirchenkreis


Text-Nummer: 157095   Autor: Veranstalter   vom 02.03.2023 um 17.02 Uhr

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