Possehl-Stiftung Lübeck
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Buddenbrookhaus: Unabhängige Volt-PARTEI spricht von Behördenwillkür

Lübeck: Archiv - 22.11.2023, 14.27 Uhr: Bürgermeister Lindenau hat den im August angeforderten Prüfbericht zum Buddenbrookhaus vorgelegt. Der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Denkmalpflege, Detlev Stolzenberg (Unabhängige) kritisiert, dass eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik weiterhin nicht stattfindet: „Bürgermeister Lindenau ist nicht Willens oder nicht in der Lage, den Konflikt um das Buddenbrookhaus zu lösen“, so Stolzenberg.

Stolzenberg weiter: „Zum wiederholten Male schlägt er die Rückkehr zu der alten Planung vor. Dabei hat die Bürgerschaft bereits im Februar, im März und schließlich im August beschlossen, dass eine Umplanung mit dem Erhalt des unter Schutz stehenden Kellergewölbes zu erfolgen hat. Statt den Beschluss der Bürgerschaft umzusetzen und eine Neuplanung vorzulegen, wird eine Translozierung der abzutragenden Kellergewölbe als ernsthafte Variante vorgeschlagen. Damit verabschiedet sich Lindenau nun endgültig vom seriösen Umgang mit dem Denkmalschutz. Wieder einmal soll die Lübecker Denkmalschutzbehörde eine Sonderlösung genehmigen, die denkmalpflegerisch nicht in Ordnung ist. Das erinnert an Behördenwillkür, wenn allgemeingültige Genehmigungsmaßstäbe für das eigene Bauvorhaben des Bürgermeisters nicht angewandt werden.“

Der Abbau der störenden Kellergewölbe und die Einlagerung oder der Wiederaufbau an anderer Stelle (Wir berichteten) wurde der Unabhängigen Volt-PARTEI zufolge vom Förderverein des Buddenbrookhauses vorgeschlagen. Die Denkmalschutzbehörde hätte diese Variante als genehmigungsfähig beurteilt, da dies im Vergleich zu einem Totalverlust bei Abriss zumindest die Substanz zum Teil erhalten würde.

In einer fachlichen Stellungnahme des Bauforschers und Denkmalpflegers Jens Christian Holst, die dem Kulturausschuss vorliegt, wird die Translozierung als undenkbare Beschädigung eines Zeugnisses Lübecker Kulturgeschichte bezeichnet. Der einzig gangbare Ausweg sei eine Überarbeitung der geplanten Treppenführung.

Detlev Stolzenberg kritisiert den Druck, der vom Bürgermeister auf die Fachbehörde ausgeübt wird: „Eine rechtskonforme denkmalrechtliche Genehmigung des Abrisses oder einer Translozierung ist nicht möglich, da denkmalschonendere Varianten realisiert werden können. Die Umplanung der Treppe würde die einmalige Denkmalsubstanz erhalten, ohne das neue Museumskonzept zu beeinträchtigen. Diese Umplanung ist erforderlich, auch wenn immer wieder angedroht wird, dass Fördermittel entfielen. Leider ist der vom Bürgermeister vorgeschlagene Runde Tisch zur Findung einer fachlich einwandfreien Lösung von Kultursenatorin Frank nicht einberufen worden.“

Der Krach um den Keller geht weiter: Eine Neuplanung sei möglich, „aber vom Bürgermeister nicht gewollt“, wirft die Unabhängige Volt-PARTEI dem Verwaltungschef vor. Foto: JW

Der Krach um den Keller geht weiter: Eine Neuplanung sei möglich, „aber vom Bürgermeister nicht gewollt“, wirft die Unabhängige Volt-PARTEI dem Verwaltungschef vor. Foto: JW


Text-Nummer: 162638   Autor: Unabh.-Volt-Partei/red.   vom 22.11.2023 um 14.27 Uhr

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