Possehl-Stiftung Lübeck
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Abschied von Domvogt Markus Meier

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 30.11.2023, 12.46 Uhr: Es ist einer dieser Jobs, bei dem das eigene Gesicht sehr bekannt wird, obwohl man eher im Hintergrund agiert. Acht Jahre wirkte Markus Meier als Küster am Dom zu Lübeck, erhielt nach einiger Zeit den „Titel“ Domvogt als Anerkennung und Dank. Am Sonntag, 3. Dezember 2023, wird der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Dann wird nicht er den Gottesdienst, der um 10:00 Uhr beginnt, vorbereiten und im Nachgang aufräumen – nein, dieses Mal steht er selbst im Mittelpunkt.

Geheimwissenschaft: die historischen Schlüssel
„Ich habe unglaublich gern für den Dom gearbeitet“, erzählt Markus Meier. „Das tolle Team, das Gebäude, die täglichen kleinen und großen Aufgaben – all das hat mich sehr erfüllt“. Küster zu sein sei eine spannende Aufgabe, bei der man umfangreiches Wissen erlerne. „Anfangs war das ganz schön viel, was ich mir merken musste. Insbesondere, welcher der vielen historischen Schlüssel zu welcher Tür und welcher Kapelle gehört, ist eine Geheimwissenschaft“, schmunzelt der Domvogt. Diese erlernte er noch von seinem Vorgänger, Gerald von Rhein.

Vielfalt an Aufgaben
Zu seinen Aufgaben gehörte neben organisatorischen Dingen wie Kerzen und Postkarten zu bestellen, darauf zu achten, dass das richtige Antependium am Altar hängt, die Gottesdienste vor- und nachzubereiten, Besucher zu begrüßen, Fragen zu beantworten, Liednummern anzubringen auch ganz Profanes wie für die Sauberkeit innen und außen zu sorgen oder das Besondere wie die überdimensionalen Adventskränze aufzuhängen. „Eine Küsterin, ein Küster schließt eine Kirche praktisch auf und zu“, resümiert Markus Meier.

Vom Versandhandel in die Kirche
Studiert hat der im Schwabenland Geborene mittlere und neue Geschichte. „Da es damals sehr schwierig war, einen Job in einer Geisteswissenschaft zu bekommen, entschied ich mich noch vor der Doktorarbeit, in die freie Wirtschaft – in den Versandhandel –, zu gehen“. Hier arbeitete der baldige Ruheständler zwanzig Jahre, bis es Zeit für eine Neuorientierung wurde. Zunächst wirkte er ehrenamtlich als Kirchenpädagoge für den Dom, bis sich die Stelle als Küster ergab. „Ich musste nicht lange überlegen, als ich gefragt wurde“. Und hier schließt sich wieder der Kreis – denn mittlere und neue Geschichte lässt sich im Dom quasi überall finden.

Weiterhin dem Dom verbunden
Und wie geht es weiter? Markus Meier lacht. „Privat werde ich die Adventszeit genießen, endlich wieder Zeit, um zu backen und durch die Straßen zu spazieren! Dann möchte ich weiter Klavierspielen lernen und meine Modelleisenbahn zum Leben erwecken. Sobald meine Frau in den Ruhestand geht, wollen wir die Welt bereisen. Dem Dom bleibe ich weiterhin verbunden: als Mitglied des Kirchengemeinderates und für den Küsterarbeitskreis mit etwa 15 ehrenamtlich Aktiven“.

Domvogt Markus Meier geht in den Ruhestand und wird am 3. Dezember 2023 im Gottesdienst verabschiedet. Foto: KKLL

Domvogt Markus Meier geht in den Ruhestand und wird am 3. Dezember 2023 im Gottesdienst verabschiedet. Foto: KKLL


Text-Nummer: 162731   Autor: KKLL/red.   vom 30.11.2023 um 12.46 Uhr

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