Possehl-Stiftung Lübeck
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Warnstreik im Einzelhandel

Lübeck: Archiv - 29.11.2023, 10.24 Uhr: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) ruft Beschäftigte in zahlreichen Betrieben im Einzelhandel und im Groß- und Außenhandel in Schleswig-Holstein, sowie in Mecklenburg-Vorpommern, ab Donnerstag, 30. November 2023, zu Warnstreiks auf.

Die gemeinsame Streikkundgebung fast aller beteiligten Betriebe findet am 30. November 2023 in Lübeck statt und startet um 10:00 Uhr mit einer Kundgebung am Gewerkschaftshaus am Holstentorplatz in Lübeck. Es folgt ein Demonstrationszug durch die Innenstadt. Gegen 12:00 Uhr folgt eine Abschlusskundgebung am Gewerkschaftshaus.

Am 1. und 2. Dezember finden dann zahlreiche weitere Streikveranstaltungen in Kiel, Lübeck, Neumünster, Rostock und Schwerin statt.

Dazu teilt die Gewerkschaft mit: „Die Tarifverhandlungen sind bereits im Mai gestartet. Trotz zahlreicher Versuche ist es weder im Einzel- noch im Groß- und Außenhandel gelungen, ein Tarifergebnis zu erzielen.“

„Die ver.di-Tarifkommissionen haben dabei in zahlreichen Punkten sehr deutliche Kompromissbereitschaft gezeigt, aber die Angebote der Arbeitgeber bedeuten noch immer einen herben Reallohnverlust für die hart arbeitenden Kolleginnen und Kollegen. Es ist an den Arbeitgebern, sich weiterzubewegen“, erklärt Bert Stach, Landesbezirksfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer für die Gewerkschaft ver.di und führt weiter aus: „Besonders erschütternd ist, dass die Arbeitgeber im Einzelhandel die Rückkehr an den Verhandlungstisch an Bedingungen zu knüpfen scheinen. Das erscheint vielen Beschäftigten als Affront in einer Phase der Tarifverhandlungen, in der wir auf Deeskalation setzen und endlich eine Einigung anstreben sollten! Es bleibt uns leider eigentlich gar nichts übrig, als vor dem ersten Adventswochenende unsere Position durch Streiks zu untermauern.“

ver.di Nord fordert für die Beschäftigten im Einzelhandel eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 Euro in der Stunde; für die unteren Beschäftigtengruppen eine Erhöhung des Stundenlohns auf 13,50 Euro. Für die Auszubildenden fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 250 Euro.

Für die Beschäftigten im Großhandel fordert ver.di Nord eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent; die Entgelterhöhung soll für alle Beschäftigten mindestens 400 Euro betragen. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 250 Euro. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert ver.di die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

Über 175.000 Beschäftigte sind in Schleswig-Holstein im Einzelhandel beschäftigt. Das häufigste Entgelt liegt bei 2830 Euro für Verkäuferinnen und Verkäufer. Die letzte Lohn- und Gehaltserhöhung im Mai 2022 betrug 1,7%.

Über 70.000 Beschäftigte sind in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Groß- und Außenhandel beschäftigt. Das häufigste Entgelt liegt bei 2251 Euro für Mecklenburg-Vorpommern und 2303 Euro für Schleswig-Holstein. Die letzte Lohn- und Gehaltserhöhung im April 2022 betrug 1,7%.

Die gemeinsame Streikkundgebung fast aller beteiligten Betriebe findet am 30. November 2023 in Lübeck. Foto: Archiv

Die gemeinsame Streikkundgebung fast aller beteiligten Betriebe findet am 30. November 2023 in Lübeck. Foto: Archiv


Text-Nummer: 162781   Autor: ver.di/red.   vom 29.11.2023 um 10.24 Uhr

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