Possehl-Stiftung Lübeck
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143 Polizeieinsätze in der Silvesternacht in Lübeck

Lübeck: Archiv - 01.01.2024, 12.30 Uhr: In der Zeit von 18 Uhr bis 8 Uhr der Silvesternacht registrierte die Polizei 143 Einsätze mit direktem Silvesterbezug in Lübeck. Im Vorjahr waren es 42. Es kam zu vielen Streitigkeiten unter meist betrunkenen Beteiligten.

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Für die Wahrnehmung der zu bewältigenden Aufgaben setzte die in maximaler Dienststärke besetzte Regionalleitstelle neben dem verstärkten Regeldienst der Lübecker und Ostholsteiner Reviere, Einsatzkräfte des Polizei-Autobahn- und Bezirksrevieres Scharbeutz, einen Einsatzzug der Eutiner Bereitschaftspolizei sowie Diensthunde ein.

Die zentralen Feierlichkeiten in der Stadt verliefen weitgehend friedlich und ohne besondere Vorkommnisse. Am Holstentorplatz hielten sich in der Spitze zirka 800 Personen auf, um das Jahr 2024 zu begrüßen.

In 29 Fällen mussten Polizei und Feuerwehr ausrücken, weil Container, Hecken oder Unrat in Brand geraten waren. Gegen 20.40 Uhr kam zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Wisbystraße (wir berichteten). Die 71 Jahre alte Wohnungsnehmerin erlitt leichte Verletzungen, die im Krankenhaus versorgt wurden.

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Zu einem weiteren Feuer im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Schwartauer Allee wurden die Einsatzkräfte gegen 1 Uhr gerufen. Eine 33-jährige Braunschweigerin erlitt leichte Verletzungen. Zur Ermittlung der genauen Ursache erfolgte die Beschlagnahme des Brandortes.

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Die Katzen konnten unverletzt aus dem Haus gerettet werden.

Außerdem führte der unsachgemäße Umgang mit Böllern zu 20 Streitigkeiten. In einem Fall geriet ein 58 Jahre alter Lübecker mit einem 34-Jährigen in Streit, der in der Wendischen Straße gegen 1.30 Uhr unmittelbar vor einem Hauseingang Böller gezündet haben soll. Auf Ansprache habe der jüngere der Männer wenig Verständnis gezeigt und sogleich auf seinen Gesprächspartner eingeschlagen und diesen mit einer Schreckschusswaffe bedroht. Anschließend habe sich der Tatverdächtige entfernt, konnte jedoch durch die Polizei angetroffen werden. Die Schreckschusswaffe wurde beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet.

Die Anzahl der gemeldeten Ruhestörungen sowie körperlichen Auseinandersetzungen bewegt sich im unteren zweistelligen Bereich. In der Straße Am Ährenfeld im Lübecker Stadtteil St. Gertrud waren Beamte des 3. Polizeireviers eingesetzt, um eine Körperverletzung zwischen Gästen einer privaten Silvesterfeier zu beenden. Demnach steht eine 25 Jahre alte Lübeckerin im Verdacht, einen 22-Jährigen körperlich angegriffen zu haben. Zur zweifelsfreien Feststellung ihrer Identität sollte sie zur Dienststelle gebracht werden. Im Zuge von sich anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen versetzte die Lübeckerin einer Polizistin gezielt einen Fußtritt ins Gesicht, sodass diese nicht mehr dienstfähig war. Die Tatverdächtige wurde infolgedessen in Gewahrsam genommen und muss sich nun wegen des Verdachts des tätlichen Angriffes auf Vollstreckungsbeamte verantworten.

Gegen 3.16 Uhr kam es zu einem körperlichen Übergriff in der Schönböckener Straße, bei dem ein 25 Jahre alter Ostholsteiner sowie seine 26-jährige Begleiterin aus Lübeck verletzt wurden. Nach jetzigem Stand seien die beiden durch einen unbekannten Mann mit Gesichtsverletzungen angesprochen worden. Er habe vorgegeben, einen Rettungswagen zu benötigen. Noch bevor das Paar seine Hilfe anbieten konnte, habe der Unbekannte zugeschlagen und den am Boden liegenden 25-Jährigen getreten. Anschließend sei der Angreifer mit dem Mobiltelefon der Lübeckerin unerkannt geflüchtet. Die Geschädigten wurden zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.

Im Folgenden werden einige Einsätze mit Silvesterbezug anhand der Protokolle der Regionalleitstelle dargestellt:

18.18 Uhr: Rudolf-Groth-Straße, Tanne auf der Straße in Brand geraten

18.27 Uhr: Behaimring, Jugendliche sollen mit Schreckschusswaffen schießen

18.42 Uhr: An der Untertrave, Mann ins Wasser gefallen - bleibt unverletzt und wird nach Hause gebracht

19 Uhr: Marliring, Andersenring, Container brennen

19.16 Uhr: Geniner Dorfstraße, Jugendliche bewerfen Pkw mit Böllern

19.31 Uhr: Adolf-Ehrtmann-Straße, Böller werden vom Balkon auf Gehweg geworfen

20.20 Uhr: Holstenstraße, Böller/ Raketen werden auf Passanten geworfen

20.51 Uhr: Hansestraße, Hilfeleitung für angetrunkene Dame, die von der Bank gerutscht ist

21.05 Uhr: Gotenweg, Containerbrand

21.30 Uhr: Fackenburger Allee, Streit zwischen mehreren Beteiligten vor einem Hotel

21.50 Uhr: Ilsebillweg, Körperverletzung unter Bekannten während einer Party

22 Uhr: Stargasse, alkoholisiertes Paar streitet sich auf offener Straße und stürzt alkoholbedingt immer wieder

22.47 Uhr: Ritterstraße, Jugendgruppe streitet sich und bewirft sich gegenseitig mit Böllern

22.54 Uhr: Schonenstraße, Rakete gerät durch offenes Fenster in Wohnung - 16-Jähriger leicht verletzt

0.01 Uhr: Hohelandstraße, Anwohner beschwert sich über den Notruf über das Zünden von Feuerwerkskörpern

0.14 Uhr: Friedenstraße, Personengruppe schiebt Kühlschrank auf Fahrbahn und befüllt diesen mit Feuerwerkskörpern

0.16 Uhr: Libellenweg, Hecke brennt

0.30 Uhr: Bohlkamp, Karavellenstraße, Containerbrände

1 Uhr: Eisenbahnstraße, Streit nach Böllerbeschüssen auf Kinder

1.09 Uhr: Sterntalerweg, Ruhestörung durch laute Musik

1.54 Uhr: Kutterweg, Kimbernweg, Hansering, Containerbrände

2.04 Uhr: Richard-Wagner-Straße, Streit unter Nachbarn nach Böllerwürfen auf Balkon

2.08 Uhr: Karpfenbruchwiese, Körperverletzung nach Streit um ein Handy

2.22 Uhr: Holstentorplatz, Personengruppe entzündet Lagerfeuer

2.57 Uhr. Mecklenburger Straße, betrunkener Sohn randaliert in elterlicher Wohnung

ab 4 Uhr: Streitigkeiten vor unterschiedlichen Lokalitäten zwischen Wirten und erheblich alkoholisierten Gästen, die zum Gehen aufgefordert wurden

Die Zahl der Polizeieinsätze hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Fotos: STE

Die Zahl der Polizeieinsätze hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Fotos: STE


Text-Nummer: 163382   Autor: PD Lübeck/red.   vom 01.01.2024 um 12.30 Uhr

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