Wettertrend: Vorwiegend mild mit leichtem Kälteeinbruch

Lübeck: Grau und mild präsentierte sich das Wetter am Wochenende. Am Strand waren nur wenige Spaziergänger unterwegs. Harald Denckmann hat für uns die Wettermodelle untersucht und sieht noch Chancen auf winterliches Wetter um den 20. Februar.

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Das Murmeltier hat gesprochen. Sein Schatten am frühen Morgen des 2. Februar war nicht zu sehen und von daher wurde ein baldiger Frühling vorhergesagt. Seine Prognose erstreckt sich natürlich auf das Gebiet der Vereinigten Staaten, aber auch für uns scheint diesmal seine Vorhersage einigermaßen hinzukommen. Einen Hauch von Frühling werden wir bereits in der kommenden Woche verspüren.

Ein Tiefdruckgebiet mit Kern über Großbritannien wird uns nämlich an seiner Vorderseite sehr milde Atlantikluft aus Südwest bescheren. Im Süden Deutschlands wird das sogar bereits für die Biergärten reichen, denn zweistellige Temperaturen für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag der kommenden Woche werden in fast allen Modellen mehrfach bestätigt. Für uns im Norden bedeutet das zeitweise Tagestemperaturen um die 12 Grad, die den jetzt bereits sichtbaren Krokussen noch einmal richtigen Wachstumsschub geben dürften.

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Dann kommt die Erinnerung daran, dass wir uns immer noch kalendarisch im Winter befinden. Wie aus der Karte ersichtlich wird, schiebt sich ein ausgedehntes Hochdruckgebiet für ein paar Tage zwischen ein Sturmtief im Raum Island und ein schwaches Tiefdruckgebiet über Osteuropa. Zu verdanken haben wir das einer Laune des Jet-Streams in der oberen Troposphäre, der kurz einen weiten Bogen nach Norden einschiebt und so den Hochdruckeinfluss ebenfalls nach Norden durchdrückt.

Bei einer derartigen Drucklage würden wir im Sommer die Strände an der Lübecker Bucht stürmen. Sommer wie Winter haben wir im Hochdruckgebiet in der Regel schwache Winde und im Sommer blauen Himmel und Sonnenschein. Im Winter aber bedeutet ein Hochdruckgebiet meist wolkenarmer Himmel, der nachts zu Temperaturen um den Gefrierpunkt oder sogar darunter führt. Die Tagestemperaturen dagegen hängen hauptsächlich davon ab, ob bei wolkenfreiem Himmel die Sonne scheint. Die hat mit 25 Grad Mittagshöhe über dem Horizont bereits wieder spürbare Kraft und würde uns beim Spaziergang erwärmen. Oftmals führt eine höhere Luftfeuchtigkeit aber auch zu Hochnebel, der den Tag dann grau und kalt verstreichen lässt. Beide Szenarien sind während der kommenden Hochdruckwetterlage möglich. Was konkret sein wird kann man daher erst ganz kurz vorher sagen, aus heutiger Sicht wäre das reine Spekulation.

Die in der Karte beschriebene Wetterlage hält allerdings nicht lange an. Die kurzen schwarzen Pfeile deuten die Bewegungsrichtung des ganzen Systems an. Abgeschwächte Ausläufer des Sturmtiefs über Island werden uns nach dem 23. Februar erreichen und an den folgenden Tagen wieder in den Bereich milderer Winde vom Atlantik steuern.

Dann haben wir den Februar bereits wieder geschafft und sind trotz zweier deutlicher Schnee-Episoden doch wieder recht energiefreundlich über den Winter gekommen. Insgesamt wird es einen für unsere Region relativ milden Februar geben. Wir haben jetzt bereits so viel Niederschlag wie im gesamten Februar vor einem Jahr, und bis Monatsende sind noch einige Niederschlagsgebiete für unsere Region erkennbar. Reste atlantischer Stürme werden wir bis dahin ebenfalls noch bemerken. Das sieht aber aus heutiger Sicht für Lübeck alles andere als dramatisch aus. Die Bezeichnungen Wetter-Chaos, Horror-Sturm und Sintflut können wir daher beruhigt ein wenig tiefer in die Vokabelkiste packen.

Es bleibt vorerst bei dem Tiefdruckeinfluss. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann

Es bleibt vorerst bei dem Tiefdruckeinfluss. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 164118   Autor: Harald Denckmann   vom 11.02.2024 um 18.03 Uhr

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