Decken und Orgel: Kirche Kücknitz hofft auf Spenden

Lübeck - Kücknitz: Seit Sommer 2023 laufen die Sanierungsarbeiten in der Kirche St. Johannes. Jetzt sucht die Kirchengemeinde in Kücknitz Unterstützung durch Bergungs- und Rettungsteams für notwendige Arbeiten an der Orgel und für die Restauration der Deckenmalereien.

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Es war eine kleine Sensation, die sich bei Vorarbeiten zum großen Umbau der Kücknitzer St.-Johannes-Kirche offenbarten. An verschiedenen Stellen, an der Emporenkonstruktion und an der hölzernen Decke, wurden im Frühjahr 2022 Malereien entdeckt. Kunstvolle Schnörkel und Verzierungen, die aus der Anfangszeit der ehemaligen Arbeiterkirche stammen und nicht nur für Pastor Albrecht Martins und die Gemeinde eine herausragende Entdeckung sind.

Fasziniert ist auch der Bereich Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck. Er stuft den Kücknitzer Fund in einem Gutachten als „kunstgeschichtlich und sozialgeschichtlich herausragendes Phänomen“ ein. „In Arbeiterkirchen gab es eigentlich keine Bemalungen – es waren schlichte, eher zweckmäßige Häuser, so dass wir es hier mit einem kleinen Schatz zu tun haben“, sagt Pastor Martins.

Ein Schatz, den die Verantwortlichen bewahren möchten. Dafür muss dieser aber zunächst freigelegt werden – und an dieser Stelle müssen Experten zu Rate gezogen werden. „Niemand hatte etwas von diesen kunstvollen Malereien gewusst, da die Empore und die Decke mit dunkler beziehungsweise weißer Farbe übermalt worden waren“, erläutert der Seelsorger. Restauratoren sollen die prächtigen Malereien nun wieder ans Tageslicht befördern – im wahrsten Sinne des Wortes.

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„Als wir 2016 die Neugestaltung des Innenraums der St.-Johannes-Kirche planten, ahnten wir natürlich noch nichts von den Malereien“, sagt Albrecht Martins. Und auch, wenn die Kirchengemeinde zurzeit noch in der Angebotsphase mehrerer Fachbetriebe ist, ist sicher: Ganz günstig wird die Freilegung nicht werden. „Hier hoffen wir auf Spender, die sich unserem ,Bergungsteam Deckenmalerei’ oder unserem ,Orgel-Rettungsteam’ anschließen.“ Denn: Auch das wertvolle Instrument bedarf einer Sanierung, die mindestens 50 000 Euro kosten wird. „Ihr Klang ist ein Schatz, den wir unbedingt bewahren möchten.“

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Das Pfarrteam in Kücknitz hofft darauf, am 1. Advent 2024 zum ersten Mal wieder Gottesdienst in der dann neugestalteten St.-Johannes-Kirche feiern zu können. „Es wäre ein geschichtsträchtiges Datum, schließlich ist das Gotteshaus 1910 ebenfalls am 1. Advent geweiht worden“, sagt Albrecht Martins. Und auch, wenn für den Laien in dem entkernten Gebäude zurzeit wenig an eine Kirche erinnert, so sind die Architekten und Gewerke-Chefs vorsichtig optimistisch, das gewünschte Datum einhalten zu können. Gut 1,7 Millionen Euro wird die Sanierung dann gekostet haben, von denen die Gemeinde rund 700 000 Euro selber stemmen muss – der Rest sind Fördermittel des Bundes sowie zahlreicher Stiftungen, vornehmlich aus Lübeck.

Es geht voran: Das Fenster im Altarraum wurde wieder geöffnet, Zimmerleute haben die Seitenempore bis an die Altarwand verlängert. Auch die Vorarbeiten für die geplante kleine Taufkapelle sind bereits weit fortgeschritten. Demnächst soll die neue Fußbodenheizung installiert werden. Später wird ein frischer Estrich gezogen, der einen leichten Rosa-Ton haben wird, bevor die aufgearbeiteten Bänke wieder zurückkehren sollen. „Wir freuen uns, wenn bald die Schätze der fertiggestellten Kirche für alle zu sehen und zu hören sein werden und Einheimische sowie Besucherinnen und Besucher ins Staunen kommen in unserer alten „neuen“ St.-Johannes-Kirche“, sagt Pastor Martins.

Pastor Albrecht Martins in der entkernten St.-Johannes-Kirche in Lübeck. Fotos: Oliver Beck - KKLL

Pastor Albrecht Martins in der entkernten St.-Johannes-Kirche in Lübeck. Fotos: Oliver Beck - KKLL


Text-Nummer: 164824   Autor: KKLL/red.   vom 19.03.2024 um 14.34 Uhr

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