Belastungstest für die Travequerung

Lübeck - Travemünde: Im Rahmen der großen Nato-Übung 'Steadfast Defender 2024' rückt Schleswig-Holstein in vielfacher Hinsicht in den Mittelpunkt des Geschehens. Wie jetzt bekanntgeworden, wurde in den Planungsstäben die Travequerung für die Versorgungsanbindung von Mecklenburg-Vorpommern intensiv erörtert.

Dabei macht den Fachleuten die Zuverlässigkeit der bereits bestehenden Fährverbindungen offenbar Sorge. Wie es heißt, haben Berichte über ständige Probleme bei den Priwall-Fähren dazu geführt, dass man der Betriebssicherheit der Fährverbindungen nicht mehr vollständig vertraut und vor allem auch Vorbehalte gegenüber der technischen Ausgestaltung des dort vorgehaltenen Materials hat. Zuletzt haben Anlegeprobleme der brandneuen Fähre 'Welt Ahoi' in den Stäben die Einsicht reifen lassen, dass man im logistischen Bereich auf die Stabilität und Zuverlässigkeit der Fährverbindungen nicht vertrauen kann. Die Sicherstellung einer verlässlichen Travequerung wurde daher in den Übungsplan mit aufgenommen.

Zunächst einmal soll geprüft werden, ob die vorhandenen Fährkapazitäten ausreichen und verlässlich betrieben werden können. Mit Rücksicht auf den laufenden Schiffsverkehr soll nur bei schwersten Bedenken eine Pontonbrücke vom Skandinavienkai hinüber zum Priwall erwogen werden, wie es sie nach Überlieferung 1882 bereits einmal gab. Sie wurde seinerzeit errichtet, um den Zugang zu den damals abgehaltenen Pferderennen auf dem Priwall zu erleichtern.

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Bereits im Jahr 1882 gab es eine Pontonbrücke zum Priwall. Bild: Archiv der Priwallbewohner / www.priwallbewohner.de

Für die Planung ist es jetzt aber notwendig, dass auch schwere Fahrzeuge verlässlich über die bestehende Fährverbindung übergesetzt werden können. Dazu haben sich Experten in den vergangenen Tagen bereits die neuen Landeklappen der Fähre 'Welt Ahoi' angesehen und dabei Zweifel geäußert, ob diese Konstruktion den notwendigen Schwerlastverkehr auch zuverlässig aufnehmen kann. Die Klappen sind in einzelne Segmente aufgeteilt, was bei den in Frage kommenden Lasten zu Schwierigkeiten führen könnte, meinten die Experten vom Materialamt und regten eine Belastungsprüfung an, um dadurch nähere Aufschlüsse über die mögliche Sondernutzung der Fähren zu erhalten.

Da nun während der Übung die zu erwartenden Einschränkungen für die Bevölkerung möglichst gering gehalten werden sollen, hat man während der zahlreichen Demonstrationen der vergangenen Wochen bereits Landwirte mit besonders groß dimensionierten und leistungsstarken Traktoren angesprochen, an diesem Stress-Test für das Bündnis mitzuwirken und ist dabei auf große Hilfsbereitschaft gestoßen.

Traktor Fans könnten daher bereits am Ostermontag in den Nachmittagsstunden Gelegenheit haben, den wohl größten Standard-Traktor der Welt bei der Belastungsprobe zu erleben. Das Fahrzeug kommt mit über 500 PS daher und ist bei Traktor-Spottern besonders begehrt, wenn es um die sogenannte 'Black Beauty' Edition geht. Allein das Cockpit ähnelt mit seiner modernen Gestaltung und den digitalen Bedienungselementen eher einem Flugzeug als einer Landmaschine. Weiterhin sollen im Küstenschutz eingesetzte mehrachsige Fahrzeuge mit Schwerlast zum Einsatz kommen. Fachleute des Materialamtes werden den gesamten Verlauf der Aktion mit Spezialgerät vermessen und dokumentieren.

Anmerkung der Redaktion:

Viele werden es bemerkt haben: Es handelt sich um einen Aprilscherz. Wir hoffen, dass nicht zu viele Menschen im Regen auf die Belastungsprobe gewartet haben.

Die Bundesregierung macht sich Sorgen: Ist die Verbindung zum Priwall kriegstüchtig? Foto: Harald Denckmann

Die Bundesregierung macht sich Sorgen: Ist die Verbindung zum Priwall kriegstüchtig? Foto: Harald Denckmann


Text-Nummer: 165036   Autor: Harald Denckmann   vom 01.04.2024 um 07.10 Uhr

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