Herreninsel: Anwohner bleiben optimistisch

Lübeck - St. Gertrud: Ein Gutachten im Auftrag der Stadt hat ergeben, dass der Hafenlärm ein Wohnen auf der Herreninsel nicht ausschließt (wir berichteten). Das weckt Hoffnung bei den Anwohnern. Sie fordern eine Einstufung als "Mischgebiet dörflichen Charakters" und die Ansiedlung weiterer Familien.

Seit rund 90 Jahren gibt es Wohnhäuser auf der Herreninsel. Einen Bebauungsplan gab es nicht. Bereits seit einigen Jahren möchte die Stadtverwaltung die Insel "absiedeln". Alle Bewohner haben die Grundstücke nur gemietet. Die Verträge können zwar vererbt werden, eine Weitergabe an Dritte ist aber nicht möglich. Rund 40 Wohngrundstücke stehen inzwischen frei, sagt Hartmut Hasse, der sich seit Jahrzehnten für die Interessen der Bewohner einsetzt.

Bisher galt der Hafenlärm als Hauptgrund für die "Absiedlung". Ein Gutachter hat jetzt festgestellt, dass dem Lärm auch mit einfachem passiven Schallschutz begegnet werden kann. Die Frage, wie es mit der Herreninsel weiter gehen kann, wurde im Bauausschuss am vergangenen Montag erst einmal vertagt. Hartmut Haase berichtet, dass er im Juni einen Gesprächstermin bei der Bausenatorin bekommen hat.

Hartmut Haase hofft auf eine Wiederbelebung der Herreninsel. Die freien Grundstücke könnten jungen Familien preiswert zur Verfügung gestellt werden. Nach alter Siedlerart könnten dann Häuser in Nachbarschaftshilfe errichtet werden. Das sei bei einer Einstufung eines "Mischgebietes dörflichen Charakters" möglich.

Haase befürchtet aber eine andere Entwicklung. In dem Gutachten der Stadt steht auch, dass die Insel für eine touristische Entwicklung mit maritimem Flair geeignet sei. Das würde zum Beispiel den Bau einer neuen Marina und eines Hotels bedeuten.

Im Original-Ton hören Sie einen Auszug aus einem Gespräch von Harald Denckmann mit Hartmut Haase.

Wie geht es mit der Herreninsel weiter? Entstehen Ferienanlagen oder preiswerter Wohnraum für junge Familien? Foto: JW, O-Ton: Harald Denckmann

Wie geht es mit der Herreninsel weiter? Entstehen Ferienanlagen oder preiswerter Wohnraum für junge Familien? Foto: JW, O-Ton: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 165816   Autor: VG   vom 12.05.2024 um 12.16 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Kai

schrieb am 13.05.2024 um 07.42 Uhr:
„Ein Gutachter hat jetzt festgestellt, dass dem Lärm auch mit einfachem passiven Schallschutz begegnet werden kann.”

Aha, und wer soll den passiven Schallschutz bezahlen für die Anwohner, die seit Jahrzehnten(!) wissen, dass sie dort nur übergangsweise wohnen dürfen?

Und kommen dann auch garantiert keine Lärmschutzklagen von den Anwohnern und denen, die vielleicht neu dort hin ziehen?

K.-H.Kutschner

schrieb am 13.05.2024 um 07.59 Uhr:
"In dem Gutachten der Stadt steht auch, dass die Insel für eine touristische Entwicklung mit maritimem Flair geeignet sei. Das würde zum Beispiel den Bau einer neuen Marina und eines Hotels bedeuten."

Ach...daher weht der Wind.

Oder ein paar schicke Wohnhäuser mit Eigentumswohnungen in denen dann wohlhabende Pensionäre, quasi auf ihrer Privatinsel abgeschottet, ihren Lebensabend genießen können...

Martin

schrieb am 13.05.2024 um 10.35 Uhr:
Da die Ansiedlung ca 1930 begonnen hat, dürfen da bald die Verträge auslaufen. Dann müssen die Einwohner nur noch ihre Häuser entfernen. Danach kann HL die Grundstücke überteuert an Investoren weitergeben... wow

Lübeck die "nette" Stadt an der Ostsee

Hans Hansen

schrieb am 13.05.2024 um 12.07 Uhr:
Ich frage mich, woher der Hass mancher Kommentatoren hier kommt. Inwiefern schadet es euch bitte, wenn die Siedler dort bleiben können? Inwiefern schadet es euch persönlich, wenn dort neue, günstige Grundstücke für junge Familien entstehen? Neid? Missgunst?

Manche Menschen sind so unglaublich verbittert, dass sie Hass und Galle speien müssen, sobald es für andere Menschen gute Nachrichten gibt.

Traurig... einfach traurig...

K.-H.Kutschner

schrieb am 13.05.2024 um 13.35 Uhr:
@H.Hansen
Lesen und verstehen...?

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