500 Jahre Gesangbuch

Lübeck - Innenstadt: Am Sonnabend, 1. Juni 2024, wird in St. Jakobi zu Lübeck ein besonderes Jubiläum gefeiert: Das Evangelische Gesangbuch wird 500! Aus diesem Anlass gibt es um 17 Uhr den Musikgottesdienst „Davon ich sing´n und sagen will“ zum Hören und Mitmachen in der St.-Jakobi-Kirche.

Kirchenmusikdirektor Hans-Martin Petersen erzählt mit Einblicken in die Geschichte von einer Errungenschaft der Reformation. Den Gottesdienst gestalten Jakobipastorin Bärbel Reichelt, Professor Arvid Gast an der Orgel, der Kurrende und das Vokalensemble Wohltorf unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Andrea Wiese.

Einblicke in die Jahrhunderte

Das Konzert ist das vierte dieser Reihe, das die Nordkirche veranstaltet – drei fanden zuvor in Hamburg, Stralsund und Rostock statt, das fünfte erklingt am Sonntag, 2. Juni um 17 Uhr, in der Wohltorfer Kirche. Die Idee zu diesem Angebot hatte Andrea Wiese, die zusammen mit ihren Chören A-cappella-Werke aus fünf Jahrhunderte vortragen wird. Dazu ertönen passend zu den jeweiligen Epochen Orgelwerke, gespielt von Prof. Arvid Gast. Kirchenmusikdirektor Dozent für Hymnologie an der Musikhochschule Lübeck Hans-Martin Petersen wird die Zuhörer mit kurzen geschichtlichen Einblicken durch das Programm führen.

Das Volk singt

„Das Evangelische Gesangbuch hat unsere Gottesdienste geprägt – die Gemeinde teilt Freud und Leid mit den Liedern. Gemeinsam zu singen verbindet“, sagt Jakobipastorin Bärbel Reichelt. „Wenige Jahre nach dem Thesenanschlag Luthers 1517 fingen Gemeindeglieder von St. Jakobi während der Messe an zu singen, und das auf Deutsch.“ „Vor der Reformation wurden Lieder in Lateinisch gesungen und das nur von den Priestern“, ergänzt Arvid Gast. Von St. Jakobi aus breitete sich das Singen auf die anderen Innenstadtkirchen aus, bis im Jahr 1531 Lübeck eine neue Kirchenordnung bekam und offiziell in Gottesdiensten gesungen werden durfte.

Tradition und Moderne verbinden sich

Martin Luther selbst dichtete und komponiere viele Lieder, die bis heute in den Kirchen gesungen werden und zum Vorbild für Liedschöpfer vieler nachfolgender Generationen wurden. Die Erfindung der Buchdruckkunst machte es möglich, bereits 1524 eine erste Sammlung reformatorischer Lieder in einem „Geistlichen Gesangbüchlein“ zu veröffentlichen. Seit der Reformation wurde das bestehende Liedgut in jeder Epoche der Kirchengeschichte durch Gesänge mit neuen Inhalten und zeitgemäßen Melodien ergänzt und erweitert bis hin zu „Popliedern“, die heute neben dem „klassischen“ Repertoire gerne gesungen werden.

Übrigens: Zum Jubiläum „500 Jahre Evangelisches Gesangbuch“ hat auch die Deutsche Post eine Sondermarke in ihr Angebot aufgenommen.

Pastorin Bärbel Reichelt und Professor Arvid Gast laden zu dem besonderen Musikgottesdienst anlässlich des 500. Geburtstages des Evangelischen Gesangbuches in die St.-Jakobi-Kirche ein. Foto: KKLL

Pastorin Bärbel Reichelt und Professor Arvid Gast laden zu dem besonderen Musikgottesdienst anlässlich des 500. Geburtstages des Evangelischen Gesangbuches in die St.-Jakobi-Kirche ein. Foto: KKLL


Text-Nummer: 166177   Autor: KKLL/red.   vom 30.05.2024 um 14.03 Uhr

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