Bis Monatsmitte klassisches Schleswig-Holstein-Wetter

Lübeck: Das Wetter am Sonntag war durchwachsen. Es gab wenige wärmende Sonnenstrahlen, aber viel kühlen Wind. Harald Denckmann hat die Wettermodelle für Lübeck ausgewertet und gibt einen Ausblick auf die erste Junihälfte.

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So wie es derzeit in den Modellen aussieht, werden wir bis Monatsmitte Juni 2024 bei uns in Lübeck keine dramatischen Wetterverhältnisse erleben. Es sieht eher danach aus, dass viele Zeitgenossen die kommenden zwei Wochen als für den Sommer etwas zu kühl empfinden werden. In den unterschiedlichsten Modellrechnungen habe ich für unsere Region eigentlich immer nur Temperaturen zwischen 15 °C und 20 °C ausmachen können, an einigen Tagen sogar weniger als 15 °C um die Mittagszeit. Genauer wollen wir hier nicht werden, denn wir bemühen uns lediglich, die Großwetterlage einigermaßen korrekt zu beschreiben. Diese Lage ist derzeit gekennzeichnet von einem klassischen Azorenhoch über dem Atlantik, das aber mit lediglich 1025 hPa im Kern auch in unserer Karte als relativ schwach gekennzeichnet ist. Ein ebenfalls nur mit einem Kleinbuchstaben "t" gekennzeichnetes Tief mit einem Wert von etwa 1000 hPa im Kern steht dem in Nordeuropa gegenüber.

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Das bedeutet meist schwache Winde aus Nordwest, die jetzt im Sommer natürlich auch milde ausfallen. Die Temperaturen bleiben also verträglich, so richtig nach Strandwetter mit Ansturm auf die Küste sieht das Ganze aber erst einmal eher nicht aus.

Das Thema dieser Tage sind natürlich die Niederschläge. Tiefdruckgebiete aus Richtung der warmen Badewanne Mittelmeer haben sie nach Süddeutschland getragen und wir im Norden hatten einfach nur Glück, dass die Wassermassen durch ein hinreichendes Hoch über unserer Region abgehalten wurden. In unseren letzten Berichten konnten wir die Front über unseren Köpfen direkt zeigen.

Unsere Mitbürger im Süden der Republik hatten in den letzten Tagen mit Jahrhundertfluten zu kämpfen und trotz leichter Entspannung ist der Regen immer noch nicht vorbei. Stärkere Niederschläge wird es wohl die kommende Woche dort noch geben. Bei uns dagegen regnet es nur ab und zu einmal. Nach Gewitter sieht es bis Monatsmitte gar nicht aus, allenfalls um den 11. Juni herum könnte es einmal etwas kräftiger daherkommen. Dann könnte es auch kurzfristig einmal etwas stürmischer werden, aber dramatisch sieht das alles nicht aus, dafür sind die Druckunterschiede über ganz Europa einfach zu gering.

Insgesamt können wir uns demnach auf hohem Niveau über das Wetter beklagen. "Irgendwie ist das kein richtiger Sommer", wird man hören oder auch "guck mal, es regnet schon wieder". Dafür gibt es aber keine Hitzewarnung, die Trave wird wegen mangelndem Starkregen nicht über die Ufer treten und Hochwasserwarnungen wegen sturmbedingtem Badewanneneffekt wird es auch nicht geben.

Jedenfalls nicht bis Monatsmitte, danach müssen wir natürlich sehen wie es weitergeht und prüfen, ob die 'Höllensommer' Prognosen der Wetterpessimisten vom Jahresbeginn eine realistische Basis haben.

Eine Trockenperiode von 12 Tagen hintereinander hatten wir, nur zu Erinnerung, im gerade vergangenen Monat Mai. Dann begannen die Niederschläge, die, je nach Station, im Raum Lübeck zwischen 80 und 100 Liter pro m² für den Gesamtmonat Mai registriert wurden. Erinnern wir uns, dass Stockelsdorf wegschwamm während in anderen Stadtteilen auf den Terrassen gegrillt wurde. Etwa 350 Liter Niederschlag pro m² können wir nach 5 Monaten als bisherigen Jahreswert bereits für Lübeck verbuchen. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, sieht das nach einer guten Jahresbilanz für die Hansestadt Lübeck aus, denn die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre wollen wir schließlich auch nicht haben.

Genießen wir also den klassischen Schleswig-Holstein-Sommer dessen Grundregel lautet; sobald die Sonne scheint Außenaktivitäten, denn die nächste graue Wolke kommt bestimmt. Auch bei solchem Wetter kann man an der Ostsee gut verweilen - wozu haben wir schließlich Strandkörbe.

Hochsommer ist noch nicht in Sicht. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann

Hochsommer ist noch nicht in Sicht. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 166249   Autor: Harald Denckmann   vom 02.06.2024 um 17.26 Uhr

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