Possehl-Stiftung Lübeck
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Wetteraussichten: Es bleibt erst einmal trocken

Lübeck: Archiv - 11.06.2023, 07.00 Uhr: Die Strände füllen sich und die Regentonnen gehen zur Neige: Es ist warm und trocken. Und bleibt auch erstmal so, meint unser Wetterbeobachter Harald Denckmann. Seine Aussichten für die Woche:

Das erste Drittel des Monats Juni haben wir bereits hinter uns, und es ist noch kein nennenswerter Regentropfen auf Lübeck gefallen. So ist es jedenfalls bei Peter Faulbrück in der Wetterstation Lübeck Eichholz verzeichnet und auch der Blick auf die Station Blankensee ergibt keine anderen Werte. Dafür hatten wir bisher bereits etwa 130 Stunden Sonnenschein, bestes Strand- und Urlaubswetter also. Und das wird auch für die kommenden 10 Tage erst noch einmal so weitergehen.

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So manche Grünfläche wird derzeit eher unfreiwillig zum Trockenrasen.

Erst am Tag der Sommersonnenwende, dem 21. Juni, zeichnet sich aus heutiger Sicht eine Veränderung ab. Dann könnten wir endlich einmal wieder unter Tiefdruckeinfluss geraten und mit ein wenig Glück von den dann durchziehenden Regengebieten etwas abbekommen.

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Nicht nur viel Sonne, sondern auch viel Wind gab es am Samstag an der Küste. Wie auch an den Fahnen zu sehen ist.

In weiser Voraussicht hat die Kurverwaltung Travemünde daher bereits ein Grillverbot für den Grünstrand erlassen. Dafür hatten sie zwar ganz andere Gründe, passen tut das Verbot aber derzeit trotzdem richtig gut. Die Waldbrandgefahr für unsere Region hat nämlich bereits die Kategorie "hoch" erreicht. Jede überflüssige Brandquelle sollte daher tunlichst vermieden werden, insbesondere sind damit auch achtlos entsorgte Zigarettenkippen gemeint.

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Auf dem Grünstrand wird nicht nur auf den vorgeschriebenen Flächen, sondern auch gern mal bei den Büschen und unter den Bäumen der Grill aufgebaut.

Am Samstag jedenfalls war eine Art „Abgrillen“ (Wir berichteten am 04.06.2023) auf dem nicht mehr ganz so grünen Grünstrand angesagt. Ab 15. Juni ist das Grillen die „Hochsaison“ über dort verboten.

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass wir derzeit für einen Sommermonat sehr ungewöhnliche Verhältnisse haben. Früher sind wir nach Italien, Spanien und Griechenland gefahren, da man sich dort in den Sommermonaten immer auf eine zwei bis drei Monate andauernde Trockenperiode verlassen konnte. Regen im Winter, Trockenheit im Sommer war die beständige Regel.

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Derzeit ist es genau andersherum. Über den Azoren, der klassischen Hochdruckregion, hat sich ein schwaches, aber deutliches Tief herausgebildet, ebenso über der östlichen Mittelmeerregion. Dazwischen ein wenig eingeklemmt unser Hochdruckgebiet im Norden, in dessen Einflussbereich sich auch die Hansestadt Lübeck befindet. Da ist für die kommenden 10 Tage wenig Bewegung erkennbar, Niederschlagsgebiete sind in den Prognosekarten wenig bis gar nicht auszumachen.

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Wer daher Urlaub unter Verhältnissen machen möchte, wie wir sie sonst eher in der Mittelmeerregion vorfinden, der sollte sich der Schönheit der Schleswig-Holsteinischen Küstenregionen anvertrauen. Das beste Urlaubswetter Europas gibt es zurzeit hier.

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Strömung und Wind können Menschen leicht von den Füßen reißen und/oder aufs Meer treiben. Wer das Badeverbot missachtet, riskiert sein Leben.

Trotz verständlichem Wunsch nach Abkühlung gilt natürlich auch an der Küste: Sicherheit geht vor. So herrschte am späten Samstagnachmittag bei starkem ablandigen Wind absolutes Badeverbot (Wir berichteten), deutlich erkennbar an der roten Flagge.

Noch einmal zurück zur Waldbrandgefahr. Die Warnungen sind sehr ernst zu nehmen und für die Landwirte und unsere Wälder bleibt nur zu hoffen, dass die für das letzte Monatsdrittel von den Modellen errechnete Normalisierung der Verhältnisse auch tatsächlich eintritt.

Da unsere Wasserwerke Grundwasser aus größeren Tiefen anzapfen ist zurzeit mit Wasserknappheit allerdings noch nicht zu rechnen. Trotzdem sollte man das hohe Gut 'Trinkwasser' nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Man muss seinen Rasen doch nicht ständig unter Wasser setzen nur damit er schön grün ist, wenn ringsherum die Natur wegen Trockenheit leicht erbraunt. Man kann den Rasen auch einmal etwas länger wachsen lassen, damit der Boden die Feuchtigkeit besser hält. Darüber würden sich auch die Insekten freuen, denen wir im Garten doch wieder mehr Lebensraum geben wollen. Die Klimaleitstelle der Hansestadt Lübeck hat dazu wunderbare Informationen herausgegeben. Die gibt es kostenlos im Internet und die Mitarbeiter sind auf umweltbewusstes Verhalten jederzeit ansprechbar.

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Der Brügmanngarten an der Strandpromenade wird noch mit Wasser versorgt und ist schön grün.

Noch wollen wir jedenfalls die Hoffnung nicht aufgeben, dass es nicht wieder solch einen Dürresommer gibt wie im Jahre 2018. Da trat Bürgermeister Jan Lindenau am 2. Mai sein Amt an und noch Anfang Oktober konnte er heiter verkünden: "Seit ich Bürgermeister bin, haben wir schönes Wetter." Die Kehrseite der Medaille war die Niederschlagsbilanz. Traurige 450 mm haben wir 2018 nur eingefahren. Darüber waren natürlich alle besorgt und die Förster können dieses Dürrejahr noch immer in den Bodenhorizonten nachweisen.

Demnächst ist wieder Bürgermeisterwahl und wir hoffen doch alle, dass es zwischen Regenmenge und aufziehendem Wahlkampf keinen statistisch signifikanten Zusammenhang gibt. Mal sehen, schließlich wissen wir, dass in einem Jahr mit hoher Population an Störchen auch die Geburtenrate steigt.

So wie diese Grünanlage auf dem Priwall sehen derzeit viele Rasenflächen aus. Und es bleibt erstmal trocken. Fotos: KEV(5)/HN(2), Grafik: HD

So wie diese Grünanlage auf dem Priwall sehen derzeit viele Rasenflächen aus. Und es bleibt erstmal trocken. Fotos: KEV(5)/HN(2), Grafik: HD


Text-Nummer: 159229   Autor: Harald Denckmann   vom 11.06.2023 um 07.00 Uhr

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